Vatikan fordert bei der UN weltweites Verbot der Leihmutterschaft

Vatikan fordert bei der UN weltweites Verbot der Leihmutterschaft

Die Ständige Vertretung des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen hat am vergangenen Donnerstag in New York ein weltweites Verbot der Leihmutterschaft gefordert. Gemeinsam mit den Delegationen Italiens, der Türkei und Paraguays organisierte sie eine Nebenveranstaltung im Rahmen der 70. Sitzung der UN-Frauenrechtskommission (CSW70).

Die Nebenveranstaltung trug den Titel: „Schutz von Frauen und Kindern – Bekämpfung von Gewalt und Ausbeutung bei Leihmutterschaft“. In der offiziellen Stellungnahme der Ständigen Vertretung hieß es laut Vatican News: „Technologie und Praxis haben Recht und Ethik weit überholt.“

Erzbischof Gabriele Caccia, der Ständige Beobachter des Heiligen Stuhls bei der UN, zitierte Papst Leo XIV, der erklärt hatte, die Leihmutterschaft „verletzt die Würde sowohl des Kindes, das zu einem ‚Produkt‘ reduziert wird, als auch der Mutter, indem sie ihren Körper und den Zeugungsprozess ausbeutet“.

Caccia – von Papst Leo vor wenigen Tagen zum Apostolischen Nuntius in den USA berufen – verwies zugleich auf ein strukturelles Ungleichgewicht: „Berichte über Reiche und Berühmte, die Leihmütter beauftragen, sind häufig. Berichte über wohlhabende Frauen, die selbst als Leihmütter auftreten, sind hingegen selten.“

Die Ständige Vertretung beschrieb in ihrer Stellungnahme mehrere Ausbeutungsmechanismen. Viele Frauen stimmten der Leihmutterschaft aus wirtschaftlicher Not zu. Wo kommerzielle Vereinbarungen erlaubt seien, gerieten potenzielle Leihmütter „in einen perversen Wettbewerb um Auftraggeber“.

Die lehramtliche Grundlage für die ablehnende Haltung des Vatikans gegenüber Leihmutterschaft ist die im April 2024 veröffentlichte Erklärung Dignitas infinita des Dikasteriums für die Glaubenslehre. Darin hieß es, die Leihmutter werde „von dem Kind, das in ihr heranwächst, losgelöst und zu einem bloßen Mittel, das dem Profit oder dem willkürlichen Wunsch anderer unterworfen ist“.

Für das Jahr 2024 wird das globale Marktvolumen der Leihmutterschaftsindustrie auf rund 22,4 Milliarden US-Dollar geschätzt. Bis 2034 soll es auf über 200 Milliarden US-Dollar anwachsen. Jährlich kommt es weltweit zu rund 4000 Leihmutterschaften.

Ein Bericht des UN-Menschenrechtsbüros (OHCHR) vom Oktober 2025 dokumentierte erhebliche Gesundheitsrisiken: Bei Frauen, die einen fremdes Kind austrugen, traten schwerwiegende Geburtskomplikationen in 7,8 Prozent der Fälle auf, gegenüber 2,3 Prozent bei natürlicher Empfängnis.

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