Papst Leo bittet, der überlieferten Liturgie verbundene Gläubige „großzügig einzubeziehen“

Papst Leo bittet, der überlieferten Liturgie verbundene Gläubige „großzügig einzubeziehen“

Durch seinen Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin hat Papst Leo XIV. die französischen Bischöfe gebeten, Lösungen zu finden, um die der überlieferten Liturgie verbundenen Gläubigen „großzügig einzubeziehen“. Die Bischöfe halten derzeit eine Vollversammlung ab und beschäftigen sich dabei auch mit der Liturgie.

„Ihr habt endlich, liebe Brüder, die Absicht, das heikle Thema der Liturgie anzusprechen, dem der Heilige Vater im Zusammenhang mit dem Wachstum der Gemeinschaften, die dem Vetus Ordo verbunden sind, besondere Aufmerksamkeit schenkt“, so Parolin im Auftrag des Papstes. „Es ist besorgniserregend, dass sich in der Kirche weiterhin eine schmerzhafte Wunde hinsichtlich der Feier der Messe, des Sakraments der Einheit schlechthin, auftut.“

„Um diese Wunde zu heilen, ist sicherlich ein neuer Blick jedes Einzelnen auf den anderen erforderlich, in einem größeren Verständnis für dessen Empfindlichkeiten“, fuhr er fort. Ein Blick also, „der es Brüdern, die reich an ihrer Verschiedenheit sind, ermöglicht, einander in Nächstenliebe und in der Einheit des Glaubens anzunehmen“.

„Möge der Heilige Geist Ihnen konkrete Lösungen eingeben, die es ermöglichen, die Menschen, die dem Vetus Ordo aufrichtig verbunden sind, großzügig einzubeziehen, unter Beachtung der vom Zweiten Vatikanischen Konzil gewünschten Leitlinien in liturgischen Fragen“, gab der Kardinalstaatssekretär den französischen Bischöfen mit auf den Weg.

Die überlieferte Liturgie, wie sie bis nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil in der ganzen Welt gefeiert wurde, findet in Frankreich weiter großen Zuspruch. Laut Latin Mass Directory wird in dem Land an 168 Orten eine regelmäßige Sonntagsmesse im sogenannten alten Ritus gefeiert (was Messen der Priesterbruderschaft St. Pius X., deren Status kirchenrechtlich nicht vollständig geregelt ist, offenbar nicht umfasst). Nur in den USA, wo wesentlich mehr Katholiken leben, ist diese Zahl noch größer. Viele traditionsverbundene Gemeinschaften haben in Frankreich ihren Ursprung.

Papst Benedikt XVI. sorgteim Jahr 2007 mit seinem Motuproprio Summorum Pontificum für eine Befriedung der liturgischen Frage, indem er allen Priester die Messfeier, das Breviergebet und den Gebrauch der anderen liturgischen Bücher in ihrer alten Form ausdrücklich erlaubte. Die überlieferte Messe geht zurück auf die Zeit von Papst Gregor dem Großen, ist in Teilen aber noch älter.

Papst Franziskus schränkte den Gebrauch der alten liturgischen Bücher im Jahr 2021 mit seinem Motuproprio Traditionis custodes massiv ein. Die Priester dürfen nicht mehr selbst entscheiden, eine Messe in der überlieferten Form zu feiern, sondern all jene, die nach Veröffentlichung des Textes geweiht wurden, müssen eine solche Erlaubnis in Rom erbitten. Dem Vernehmen nach wird eine solche Erlaubnis eigentlich nicht erteilt.

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