Martinstradition im Rheinland ist jetzt offiziell immaterielles Kulturerbe
Die Martinstradition im Rheinland ist jetzt offiziell immaterielles Kulturerbe, wie die Deutsche UNESCO-Kommission am Freitag mitteilte: „Die Kulturministerkonferenz der Länder und der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien haben heute fünf weitere Traditionen in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen.“
Charakteristisch für die Martinstradition seien „Laternenumzüge, Martinslieder und die nachgestellte Mantelteilung“, heißt es in dem neuen Eintrag auf der Internetseite der Deutschen UNESCO-Kommission. „Die Martinstradition ist heute ein fest verankerter Bestandteil des öffentlichen und kulturellen Lebens vieler Orte im Rheinland.“
„Die Martinstradition verbindet gemeinschaftliche Bräuche wie Laternenumzüge, Martinslieder und die Darstellung der Mantelteilung zu einem festen kulturellen Ereignis im Jahreslauf“, so die Internetseite weiter. „Sie beruht auf lokal verankertem Wissen zur Organisation der Umzüge, zur Gestaltung von Laternen und Liedern sowie zur Durchführung der Aufführungen am Martinstag.“
Viele Orte pflegten außerdem „Heischebräuche, bei denen Kinder von Haus zu Haus gehen, ein Lied singen oder einen kurzen Spruch aufsagen und dafür kleine Gaben erhalten“.
Insgesamt fördere die Martinstradition „Zugehörigkeit und ein solidarisches Miteinander über Glaubenszugehörigkeiten und Weltanschauungen hinweg und wird kontinuierlich an aktuelle gesellschaftliche Bedingungen angepasst – etwa durch konfessionsübergreifende Öffnung, inklusive Teilnahme und neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Vereinen, Schulen und Kindertageseinrichtungen“.
Tatsächlich findet sich Bräuche rund um das Martinsfest am 11. November jeden Jahres in vielen anderen Regionen Deutschlands, nicht bloß im Rheinland – besonders natürlich an historisch katholisch geprägten Orten. Hierzu hält die Deutsche UNESCO-Kommission fest: „Obwohl die Einschreibung sich auf die Martinstradition im Rheinland konzentriert, bestehen in Deutschland und Europa zahlreiche weitere Martinsbräuche, die in anderen Formen praktiziert werden. Die Aufnahme versteht sich daher auch als Impuls zur Vernetzung mit weiteren aktiven Trägergruppen, die ähnliche Traditionen leben und den fachlichen Austausch suchen.“