Bischof Jung bei Chrisammesse: „Wahre Hierarchie ist niemals Absolutismus“

Bischof Jung bei Chrisammesse: „Wahre Hierarchie ist niemals Absolutismus“

Bischof Franz Jung hat bei der Chrisammesse am Montag in Würzburg betont: „Wahre Hierarchie ist niemals Absolutismus.“ Sie sei „niemals losgelöst und menschlicher Willkür überlassen“.

„‚Hier-Archie‘ heißt ‚Heilige Herrschaft‘, und diese liegt beim dreifaltigen Gott“, stellte der Bischof klar. „Er sendet seinen Sohn in der Kraft des Heiligen Geistes in diese Welt: Nur so wird Jesus zum ‚Christus‘, zum Messias, zum Gesalbten durch die Gnade Gottes, und er bleibt es ein Leben lang.“

Die „Rückbindung“ Jesu Christi an den Vater „zeigt sich auch in unseren Weiheversprechen, die zu erneuern wir heute zusammengekommen sind“, sagte Jung an die anwesenden Priester gewandt. „Wir versprechen, uns täglich Christus, dem Herrn, enger zu verbinden, um so die eigene Sendung besser zu verstehen. Denn wir müssen bei all unserem Tun auf ihn schauen und uns an ihm orientieren.“

In der Folge seiner Predigt kam der Bischof von Würzburg immer wieder auf den Aspekt der „Rückbindung“ zu sprechen. Sie zeige sich etwa „auch im Weiheversprechen, zu Männern des Gebets zu werden. Das Gebet zu Gott und das fürbittende Gebet für die Kirche und die Welt ist eine dreifache Rückbindung des Dienstes, der eben nie absolut gedacht ist, sondern immer nur in Verbindung mit Gott und mit einer konkreten Ortskirche und ihren Menschen, zu denen wir uns im Namen Gottes gesandt wissen.“

„Diese Rückbindung zeigt sich auch im Weiheversprechen, den Armen, Kranken, Heimatlosen und Notleidenden beizustehen“, fuhr er fort. „Denn unser Dienst muss Maß nehmen an Christus, der nicht gekommen ist, sich bedienen zu lassen, sondern zu dienen.“

Auch das durch den Bischof geleistete Gehorsamsversprechen spiele hier mit hinein: „Es soll dazu helfen, in der eigenen Sendung immer tiefer und reifer Christus nachzufolgen und nicht selbstherrlich zu handeln. Im Gehorsam geht es darum, frei zu werden und sich dorthin senden zu lassen, wo die Kirche unseren Dienst am dringendsten braucht und wo er gute Früchte erhoffen lässt.“

„Diese Rückbindung zeigt sich im Versprechen, die Sakramente nicht absolut, also kraft eigener Vollmacht, zu feiern, nicht uns in den Vordergrund zu drängen, sondern immer nur ‚in Persona Christi‘, um den Herrn selbst zu Wort kommen zu lassen und ihn wirksam werden zu lassen“, so Jung weiter. „Wir feiern sie immer nur in der Kraft seines Heiligen Geistes, der unser menschliches Wirken salben muss, damit es uns mit Gott verbindet und zum wahrhaftigen Gottesdienst wird, der die Kraft zur Verwandlung in sich trägt.“

Schließlich zeige sich die „Rückbindung“ noch „im Versprechen, das Wort Gottes zum Maßstab unseres Dienens zu machen. In der ‚Lectio Divina‘, der geistlichen Schriftlesung, eröffne ich dem Herrn den Raum, um zu mir zu sprechen, damit sein Wort mir zu Herzen gehen kann und mich von innen her verwandelt.“

Jung dankte den Geistlichen seiner Diözese „von Herzen für Ihr Zeugnis und Ihren Dienst in unserem Bistum. Schön, dass wir heute so zahlreich zusammengekommen sind, um uns auf unseren heiligen Ursprung zu besinnen und den Segen für das heilige Öl herabzurufen. Diese Gemeinschaft stärkt uns und trägt uns, auch und gerade in diesen Tagen, in denen wir bisweilen den Eindruck haben, uns sei das Öl ausgegangen. Nein, der Herr gibt reichlich. An uns ist es, all unser Denken, Reden und Tun von ihm salben und heiligen zu lassen. Danke für alles Mittun, Mitringen und Mitdienen.“

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