„Nicht mehr katholisch“: Kardinal Woelki besorgt über Wortgottesdienste statt Messen
Mit deutlichen Worten hat sich Kardinal Rainer Maria Woelki, der Erzbischof von Köln, gegen Wortgottesdienste mit Kommunionspendung ausgesprochen, die an die Stelle regulärer Messen treten.
Er sei besorgt, dass „immer häufiger am Sonntag Wortgottesfeiern – oftmals mit Austeilung der heiligen Kommunion – die Feier der Eucharistie ersetzen“, sagte Woelki in seiner Predigt zur Chrisammesse am Montagabend im Kölner Dom. „Das, liebe Mitbrüder, ist nicht mehr katholisch und ich bitte Sie eindringlich, dem von Anfang an entgegenzuwirken!“
Das Kirchenrecht betont, dass nicht die Teilnahme an einem Wortgottesdienst, sondern nur an einer Messe die Sonntagspflicht erfüllt. So heißt es (can. 1247): „Am Sonntag und an den anderen gebotenen Feiertagen sind die Gläubigen zur Teilnahme an der Meßfeier verpflichtet […].“
Dennoch empfiehlt das Kirchenrecht die Teilnahme an einem Wortgottesdienst, wenn keine Messfeier möglich ist, setzt dies aber mit dem persönlichen Gebet oder dem Gebet in der Familie gleich (can. 1248): „Wenn wegen Fehlens eines geistlichen Amtsträgers oder aus einem anderen schwerwiegenden Grund die Teilnahme an einer Eucharistiefeier unmöglich ist, wird sehr empfohlen, daß die Gläubigen an einem Wortgottesdienst teilnehmen, wenn ein solcher in der Pfarrkirche oder an einem anderen heiligen Ort gemäß den Vorschriften des Diözesanbischofs gefeiert wird, oder daß sie sich eine entsprechende Zeit lang dem persönlichen Gebet oder dem Gebet in der Familie oder gegebenenfalls in Familienkreisen widmen.“
Die Messfeier sei „letztlich durch nichts ersetzbar und austauschbar“, hielt Woelki fest, wie das Kölner Domradio berichtete. Die Kirche empfehle „eindringlich – insbesondere uns Priestern – die tägliche Feier der heiligen Messe“.
„Auch wenn nur wenige Gläubige oder sogar gar keine Gläubigen zu ihrer Mitfeier kommen sollten, ist ihre tägliche Feier für uns Priester sinnvoll und geistlich geradezu überlebenswichtig“, mahnte der Kardinal an.
Gemessen an der Zahl der Katholiken ist das Erzbistum Köln die zweitgrößte von 27 Diözesen in Deutschland. Mit nur sechs Prozent praktizierenden Katholiken – gemessen an der regelmäßigen Teilnahme an Sonntagsgottesdiensten – liegt Köln indes unter dem deutschen Durchschnitt von 6,8 Prozent.
Sonntägliche Wortgottesdienste mit Kommunionspendung sind im Erzbistum Köln offiziell noch nicht lange eine Möglichkeit. Anfang Juni 2023 hieß es, Woelki habe einen solchen Schritt bereits im April 2022 angeregt. Im Jahr 2024 wurden solche Wortgottesdienste dann Wirklichkeit.
