Syriens Kirchen schränken Osterfeierlichkeiten nach Angriff auf christliche Stadt ein

Syriens Kirchen schränken Osterfeierlichkeiten nach Angriff auf christliche Stadt ein

Eine angespannte Ruhe herrscht in der überwiegend christlichen Stadt Al-Suqaylabiyah in der syrischen Provinz Hama, nachdem sie am 27. März von bewaffneten Gruppen von außerhalb angegriffen wurde, was zu weitreichenden Schäden an öffentlichem und privatem Eigentum führte.

Aufnahmen, die die Zerstörung dokumentieren – von den Angreifern selbst gefilmt oder heimlich von Anwohnern aufgezeichnet –, zeigen Vandalismus und Diebstahl an Autos, Geschäften, Cafés und anderem Eigentum, begleitet von drohenden Sprechchören und Beleidigungen.

Der Angriff war kein Einzelfall. Lokale Quellen berichteten, dass ein weiterer versuchter Angriff am nächsten Tag von Sicherheitskräften vereitelt wurde. Nichtsdestotrotz verstärkte dies die Befürchtungen der Bewohner, dass solche Übergriffe erneut geschehen könnten.

Als unmittelbare Reaktion veranstalteten die Einwohner der Stadt eine Sitzblockade, bei der sie klare Forderungen stellten: Vor allem lehnten sie eine „einfarbige Armee“ (eine von einer religiösen oder ethnischen Gruppe dominierte Streitmacht) ab, bestanden auf Entschädigung für die Schäden und forderten, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden – einschließlich der Angehörigen der Allgemeinen Sicherheitskräfte, denen die Demonstranten vorwarfen, an dem Angriff beteiligt gewesen zu sein.

Die Demonstranten betonten zudem ihre Ablehnung von unkontrollierten Waffen und Sektierertum und bekräftigten, dass öffentliche und private Freiheiten eine „rote Linie“ seien. Sie äußerten ihre Frustration über die Berichterstattung einiger Medien, die den Vorfall lediglich als individuellen Streit darstellten, hielten Schilder hoch, auf denen sie „falsche Medien“ anprangerten, und weigerten sich, Interviews mit staatlichen Medien zu geben.

Auf kirchlicher Ebene folgten umgehend entschiedene Reaktionen. Das melkitische griechisch-katholische Patriarchat von Antiochien, Jerusalem und dem ganzen Osten und Alexandria kündigte gemeinsam mit den meisten Gemeinden in Syrien an, dass die Osterfeierlichkeiten unter Berufung auf „die derzeitigen entmutigenden Umstände“ auf Gebete innerhalb der Gotteshäuser beschränkt würden.

Gleichzeitig verurteilte das griechisch-orthodoxe Patriarchat von Antiochia und dem ganzen Osten das Geschehene aufs Schärfste und erklärte, dass Vorfälle, die sich gegen die christliche Gemeinschaft richten, nicht als „Einzelfälle“ abgetan werden dürfen. Das Patriarchat warnte vor den Gefahren einer Schürung konfessioneller Tendenzen.

Ferner forderte das Patriarchat eine offizielle Untersuchung, die Rechenschaftspflicht der Verantwortlichen und eine Entschädigung für die Betroffenen. Es betonte, dass die Verantwortung für die Aufrechterhaltung der Sicherheit allein beim Staat und seinen Institutionen liege, und wies auf die Notwendigkeit hin, die Verbreitung von Waffen außerhalb staatlicher Kontrolle einzudämmen. Es hob hervor, wie wichtig es sei, die Staatsbürgerschaft und die Integration aller Teile der syrischen Gesellschaft zu wahren, fernab der Logik von Mehrheit und Minderheit.

Die griechisch-orthodoxe Erzdiözese von Hama bezeichnete das Geschehene ihrerseits als einen Angriff durch „kriminelle Gruppen“ und forderte strenge rechtliche Maßnahmen, darunter die Bildung eines gerichtlichen Untersuchungsausschusses, die Rechenschaftspflicht der Beteiligten und derjenigen, die ihre Pflichten vernachlässigt haben, die Durchsetzung von Gesetzen, die den Waffenbesitz auf den Staat beschränken, sowie Garantien für die Gleichheit aller Bürger.

Zeitgleich mit dem Vorfall in Al-Suqaylabiyah hieß es in einem UN-Bericht, dass während einer einzigen Woche der Gewalt im Süden des Landes im Juli 2025 mehr als 1.700 Menschen getötet und rund 200.000 vertrieben wurden, die meisten davon drusische Zivilisten. Der Bericht warnte, dass die humanitäre Lage weiterhin prekär sei, und dokumentierte Verstöße, die Kriegsverbrechen oder Verbrechen gegen die Menschlichkeit darstellen könnten.

Übersetzt und redigiert aus dem Original von ACI MENA, der arabischsprachigen Partneragentur von CNA Deutsch.

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