Bischof Bertram Meier zieht Fazit nach interreligiösem Besuch in Sarajevo

Bischof Bertram Meier zieht Fazit nach interreligiösem Besuch in Sarajevo

Bischof Bertram Meier hat nach seiner von Fragen des interreligiösen Dialogs geprägten Reise nach Sarajevo unter Berufung auf seine Gesprächspartner betont: „Der interreligiöse Dialog ist hier kein Gegenstand theoretischer Diskussionen, sondern eine gelebte Realität – und das seit Jahrhunderten.“

„Ich bin als Lernender nach Sarajevo gekommen“, stellte Meier, der Bischof von Augsburg, klar. „Wie leben die verschiedenen Gruppen gut 30 Jahre nach Kriegsende zusammen? Welchen Beitrag leistet die katholische Kirche zur Verständigung? Und wie blicken die Menschen hier auf die Zukunft ihres Landes?“

„Es gibt unterschiedliche Sichtweisen auf die Geschichte und den künftigen Weg des Landes“, sagte der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz (DBK). „Aber gleichzeitig haben die Menschen ein starkes Bewusstsein dafür, dass der mühsam errungene Frieden nicht wieder leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden darf.“

„Die Verfassung von Bosnien und Herzegowina spricht von drei konstitutiven Völkern“, erläuterte Meier, nämlich „muslimischen Bosniaken, orthodoxen Serben und katholischen Kroaten. In einem Land, in dem sich die Volksgruppen in starkem Maße entlang religiöser Zugehörigkeit definieren, kommt der Verständigung zwischen den Religionen höchste Bedeutung zu.“

„Die Verantwortungsträger der Religionsgemeinschaften haben allesamt betont: Um Versöhnung zu erreichen, braucht es Vertrauen“, berichtete der Bischof von Augsburg. „Dieses entwickelt sich nicht von heute auf morgen, sondern wächst in langjährigen Prozessen. Wertschätzende Dialogbegegnungen und praktische Erfahrungen im gemeinsamen Handeln gehören dazu.“

Mit Blick auf die Kirche sagte er: „Auch unter schwierigen Bedingungen gelingt es in Bosnien und Herzegowina, das kirchliche Leben aufrechtzuerhalten. Obgleich sie kleiner geworden ist, bleibt die katholische Kirche ein zentraler Akteur des sozialen Engagements und der Verständigung zwischen den verschiedenen Gruppen. Die katholische Kirche in Deutschland wird diese unschätzbare Arbeit auch künftig unterstützen. Wir stehen solidarisch an der Seite der Katholikinnen und Katholiken in der Region.“

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