Ehemaliger Nuntius Eterović und US-Bischof Barron grüßen Münchner Marsch fürs Leben
Anlässlich des Münchner Marsches fürs Leben, der am 18. April zum sechsten Mal stattfindet, haben der ehemalige Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Nikola Eterović, und der bekannte US-amerikanische Bischof Robert Barron Grußworte geschickt. Kardinal Reinhard Marx, der Erzbischof von München und Freising, sowie der neue Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Bischof Heiner Wilmer SCJ, ließen den Lebensschützern hingegen ein solches Zeichen der Unterstützung nicht zukommen.
„Gebt nicht auf. Ich weiß, dass ihr euch in einem sehr säkularisierten Umfeld befindet. Ich weiß, dass es in Deutschland viele Bestrebungen gibt, Abtreibung in allen Fällen zu legalisieren. Widersteht dem und verliert die Hoffnung nicht“, erklärte Barron, der Bischof von Winona-Rochester und Gründer des Medienapostolats „Word on Fire“, in einer englischsprachigen Videobotschaft an die Teilnehmer.
Im Namen aller Mitglieder der US-amerikanischen Kirche, ihrer Hierarchie, Bischöfe und Priester versicherte er: „Wir stehen an eurer Seite bei diesem sehr, sehr wichtigen öffentlichen Zeugnis.“
Erzbischof Eterović übersandte sein Grußwort im Namen von Papst Leo XIV. Er dankte den Teilnehmern, „dass sie den Stillen und Stummen die Stimme geben, damit gerade das verwundete und verwundbarste menschliche Leben nicht der Willkür in die Hände fällt, sondern in liebende Hände von Menschen, welche die Worte Jesu Christi zum Ausdruck bringen: ‚Ich bin es; fürchtet euch nicht‘ (Joh 6,20).“
Papst Leo ermutige die Teilnehmer, so Eterović, die Stimme „für die Schwächsten zu erheben, denn gerade in ihnen erblicken wir das Antlitz des dreieinen Gottes“.
In seiner Videobotschaft rief Barron die Teilnehmer dazu auf, auch Kraft aus dem Erbe Joseph Ratzingers zu schöpfen. Papst Benedikt XVI., der frühere Erzbischof von München und Freising, sei jemand gewesen, „der immer und immer wieder über die christlichen Wurzeln der europäischen Kultur sprach und immer und immer wieder die Rechte des Einzelnen, die Rechte und Vorrechte der Ungeborenen verteidigte“.
Zudem verwies Barron auf die Aufhebung des Abtreibungsurteils Roe v. Wade in den USA als Zeichen der Hoffnung: Auch das habe niemand für möglich gehalten, und doch sei es geschehen.
Für ein Grußwort ließ sich der im Februar neu gewählte DBK-Vorsitzende Bischof Heiner Wilmer SCJ seinerseits nicht gewinnen. Auf Anfrage des Online-Magazins Corrigenda teilte er mit, die DBK nehme „als Zusammenschluss der Bischöfe in Deutschland vor allem bundesweite und übergreifende Aufgaben wahr. Daher werden regionale Veranstaltungen in der Regel nicht begleitet.“
Trotz mehrfacher Anfragen reagierte das Erzbistum München und Freising auf Anfrage von Corrigenda tagelang nicht. Schließlich kam von der Pressestelle eine knappe Antwort: „Sie müssen nicht mehr auf unsere Antwort warten, die Erzdiözese wird sich dazu nicht äußern.“
Die Organisatorin des Marsches, Silja Fichtner, zeigte sich von dem Verhalten des Münchner Erzbischofs enttäuscht. „Eigentlich könnte Kardinal Marx stolz darauf sein, dass Katholiken seiner Diözese eine der größten Lebensschutzveranstaltungen im deutschsprachigen Raum organisieren“, sagte sie. „Es ist traurig, wenn weder der Sache noch dem Engagement die entsprechende Wertschätzung entgegengebracht wird.“
Grußworte sandten neben Eterović und Barron auch Kardinal Rainer Maria Woelki (Erzbistum Köln) und Bischof Stefan Oster SDB (Bistum Passau). Am Marsch im Mai 2025 hatte Bischof Rudolf Voderholzer (Bistum Regensburg) persönlich teilgenommen.
Damals hatten Mitglieder des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) gegen die Veranstaltung demonstriert und die Parole „My body, my choice, raise your voice“ gerufen. Auch zu jenem Vorfall hatte das Erzbistum München damals keine Stellungnahme abgegeben.
Menschliches Leben steht nach kirchlicher Lehre von der Empfängnis an unter dem besonderen Schutz Gottes. Papst Johannes Paul II. erklärte in der Enzyklika Evangelium vitae von 1995: „Mit der Petrus und seinen Nachfolgern von Christus verliehenen Autorität bestätige ich daher in Gemeinschaft mit den Bischöfen der katholischen Kirche, daß die direkte und freiwillige Tötung eines unschuldigen Menschen immer ein schweres sittliches Vergehen ist.“
