Frauenordination würde Kirche laut Kardinal Hollerich in gegenwärtiger Lage spalten

Frauenordination würde Kirche laut Kardinal Hollerich in gegenwärtiger Lage spalten

Kardinal Jean-Claude Hollerich SJ hat gewarnt, dass eine Weihe von Frauen zu Diakonen die katholische Kirche der Gegenwart spalten würde. Der frühere Generalrelator der Weltsynode sprach am vergangenen Freitag mit Vatican News über dieses Thema.

Eine solche Diakonatsweihe für Frauen „würde heute die Kirche spalten“, so Hollerich. Der Zugang zum Weiheamt könne „nur durch einen Konsensus der ganzen Kirche geschehen“.

Als Warnsignal nannte der Erzbischof von Luxemburg die Anglikaner. Dort sei Sarah Mullally als Erzbischöfin von Canterbury eingesetzt worden: „Aber das hat die Kirche gespalten.“

Eine ganze Reihe von Gemeinschaften sei aus der Gemeinschaft der Anglikaner ausgeschieden und habe eine eigene Gruppe gebildet. Hollerichs Einschätzung zufolge würde dasselbe auch in der katholischen Kirche passieren.

Durch das Interview mit Vatican News ging Hollerich auf seine Äußerungen ein, die er wenige Wochen zuvor beim Bonner Symposium „Synodalität und Praedicate Evangelium“ gemacht hatte. Hollerich hatte dort als ehemaliger Generalrelator der Weltsynode betont: „Ich kann mir auf Dauer nicht vorstellen, wie eine Kirche bestehen kann, wenn die Hälfte des Volkes Gottes leidet, weil sie keinen Zugang zum geweihten Dienst hat.“

Nun ordnete er seine Aussage ein, der Akzent liege auf dem Begriff „lange Sicht“. Außerdem habe das Dikasterium für die Glaubenslehre inzwischen gesprochen. Deren Urteil respektiere er und halte es für richtig.

Hollerichs Haltung zum Frauendiakonat hat sich im Laufe der Jahre gewandelt, wie CNA Deutsch berichtete. Bei der Bonner Tagung hatte er eingeräumt, früher in dieser Frage konservativer gewesen zu sein. „Ich habe auch als Bischof gelernt, dass das nicht nur ein Desiderat von einigen linksstehenden Frauenverbänden ist“, erklärte er. In seinen Pfarreien teilten 90 Prozent der Frauen dieselbe Meinung.

Auf die vermeintliche „Enttäuschung“ vieler Katholiken in Westeuropa und Amerika über den fehlenden Fortschritt beim Frauendiakonat reagierte der Kardinal mit Verständnis: „Ich kann diese Enttäuschung verstehen. Und ich sage ihnen, dass ich ihr Leid verstehe und dass ich alles tun werde, damit Frauen in der Kirche mehr Akzeptanz haben an leitenden Stellen.“

Als Alternative zum Weiheamt schlug er ein Subdiakonat für Frauen vor: „Was dann keine Weihe ist, aber auch eine Partizipation in der Liturgie darstellt und eine Hilfe beim diakonalen Wirken der Kirche ist.“

Zur Frage eines möglichen Zeitrahmens für weltkirchliche Fortschritte in der Frauenfrage äußerte sich Hollerich zurückhaltend: „Das möchte ich dem Heiligen Geist überlassen. Ich habe in der Synode gespürt, wie der Heilige Geist gewirkt hat. Und ich habe Vertrauen, wenn Gott das möchte, dann wird auch der Heilige Geist die Herzen in anderen Kulturen berühren.“

Lehramtlich hält die katholische Kirche daran fest, dass nur Männer zur Priesterweihe zugelassen werden können. Diese Lehre gilt als endgültig verbindlich, wie Papst Johannes Paul II. in seinem Apostolischen Schreiben Ordinatio sacerdotalis 1994 betont hat. „Damit also jeder Zweifel bezüglich der bedeutenden Angelegenheit, die die göttliche Verfassung der Kirche selbst betrifft, beseitigt wird, erkläre ich kraft meines Amtes, die Brüder zu stärken (vgl. Lk 22,32), daß die Kirche keinerlei Vollmacht hat, Frauen die Priesterweihe zu spenden, und daß sich alle Gläubigen der Kirche endgültig an diese Entscheidung zu halten haben.“ Da die Kirche das Weiheamt als ein einziges mit drei Stufen betrachtet, gilt diese Festlegung analog auch für Diakonat und Episkopat.

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