Papst Leo trifft „kleine und wertvolle Gemeinschaft“ der Katholiken in Algerien
Papst Leo hat sich am frühen Montagabend mit der katholischen Gemeinschaft von Algier, der algerischen Hauptstadt, getroffen. Leo sprach über „eine kleine und wertvolle Gemeinschaft“, „die in diesem Land verwurzelt und von einer langen Geschichte und leuchtenden Glaubenszeugnissen geprägt ist“.
In seiner Ansprache in der spektakulären Basilika Unserer Lieben Frau von Afrika ging der Pontifex auf „drei Aspekte des christlichen Lebens“ ein, nämlich Gebet, Nächstenliebe und Einheit.
„Wir alle brauchen es“, konstatierte der Papst mit Blick auf den ersten Punkt, das Gebet. Der „Dialog mit Gott“ sei ein „unverzichtbares Element nicht nur für das Leben der Kirche, sondern für das Leben eines jeden Menschen“.
„Das Gebet verbindet und macht menschlich, es stärkt und reinigt das Herz, und die algerische Kirche sät dank des Gebets Menschlichkeit, Einheit, Kraft und Reinheit um sich herum aus und erreicht so Orte und Situationen, die nur der Herr kennt“, fügte Leo hinzu.
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Mehr InformationenZur Nächstenliebe sagte der Papst: „Es war ja auch gerade die Liebe zu den Brüdern und Schwestern, die das Zeugnis der Märtyrer, an die wir erinnert haben, beseelt hat. Angesichts von Hass und Gewalt blieben in der Nächstenliebe bis zum Opfer ihres Lebens treu, zusammen mit vielen anderen Männern und Frauen, Christen und Muslimen. Sie taten dies ohne Ansprüche und ohne Aufheben, mit der Gelassenheit und Standhaftigkeit derer, die weder vermessen sind noch verzweifeln, weil sie wissen, wem sie ihr Vertrauen geschenkt haben.“
Ausdrücklich verwies Papst Leo auf die Märtyrer von Thibirine, die Mönche des Klosters Notre-Dame de l’Atlas, die 1996 im algerischen Bürgerkrieg von Islamisten entführt und dann enthauptet wurden. Die Köpfe wurden später aufgefunden, aber keine anderen sterblichen Überreste.
Schließlich sprach Leo über das „Engagement für Frieden und Einheit“. Die Basilika, in der die Begegnung mit den Katholiken von Algier stattfand, sei „ein Symbol für eine Kirche aus lebendigen Steinen, in der unter dem Mantel Unserer Lieben Frau von Afrika Gemeinschaft zwischen Christen und Muslimen entsteht“.
„Hier nimmt die mütterliche Liebe von Lalla Meryem alle als Kinder auf, einen jeden in seiner bereichernden Eigenheit und geeint in der gleichen Sehnsucht nach Würde, nach Liebe, nach Gerechtigkeit und nach Frieden“, sagte der Papst. „Als Kinder, die den Wunsch haben, gemeinsam zu gehen, zu leben, zu beten, zu arbeiten und zu träumen, weil der Glaube nicht isoliert, sondern öffnet, weil er vereint, aber nicht vermengt, weil er näherbringt ohne zu vereinheitlichen und eine echte Geschwisterlichkeit wachsen lässt […].“
Der Pontifex ermutigte die Katholiken, „eure Arbeit in Algerien fortzusetzen, als eine geeinte und offene Glaubensgemeinschaft, als Kirche, die das ‚allumfassende Heilssakrament‘ ist. Danke für alles, was ihr tut, für euer Gebet, für eure Nächstenliebe, für euer Zeugnis der Einheit.“