Bekannter Jungpriester Josef Wagner gegen Abschaffung des Zölibats

Bekannter Jungpriester Josef Wagner gegen Abschaffung des Zölibats

Josef Wagner, Kaplan im bayerischen Königsbrunn und im Internet bekannt als „derboivomseminar“, lehnt die Abschaffung des Pflichtzölibats nachdrücklich ab. In einem Interview mit katholisch.de betonte der 27-Jährige am Donnerstag, er habe seine Entscheidung für das zölibatäre Leben in sieben Jahren der Berufungsklärung bewusst getroffen.

Auf die Frage, ob er lieber heiraten und den Pflichtzölibat abschaffen würde, antwortete Wagner unmissverständlich: „Nein, auf keinen Fall.“

Er verglich seine Lebensform mit der Ehe: Eine verheiratete Freundin habe bemerkt, wie ungewöhnlich es sei, dass die Zölibatsfrage nie „langweilig“ werde. Sie selbst werde auch nicht ständig nach ihrer Ehe gefragt. Beide hätten sich bewusst für eine Lebensform entschieden.

„Ich wurde als Priester in nichts hineingezwungen. Ich wusste, worauf ich mich einlasse und habe das freiwillig versprochen. Wenn ich etwas leben würde, wozu mich andere gezwungen hätten, könnte ich das nicht leben. Ich spüre, dass ich dazu gerufen bin, Priester zu sein“, sagte Wagner.

Wagner wurde als Priesteramtskandidat in einer YouTube-Serie bekannt, in der er unter dem Nutzernamen „derboivomseminar“ über seine Berufung, den Zölibat und die Beichte sprach.

Bischof Bertram Meier weihte ihn am 29. Juni 2025 im Augsburger Dom zum Priester. Seitdem wirkte Wagner als Kaplan in der Pfarreiengemeinschaft Königsbrunn. Zuvor studierte er Theologie in Augsburg und Madrid und absolvierte sein pastorales Praktikum in Königsbrunn.

Auf Druck in seinem Amt angesprochen, verwies Wagner auf die Gemeinschaft als tragende Kraft. „Glaube geht nicht allein, Glaube braucht Gemeinschaft. Das gibt mir die Kraft, Priester zu sein. Ich habe laut Ja gesagt zu meinem Weg des Priesters und ich freue mich jeden Tag auf meine Kirchengemeinde in Königsbrunn, für die ich Kaplan sein darf“, sagte er.

Der Zölibat der lateinischen Kirche gründet in der Nachfolge Christi, der selbst unverheiratet lebte. Er ermöglicht dem Priester, seiner Gemeinde ungeteilt zur Verfügung zu stehen und verweist als eschatologisches Zeichen darauf, dass in der vollendeten Gottesgemeinschaft nicht geheiratet wird (vgl. Mt 22,30).

Papst Paul VI. beschrieb den Zölibat in seinem Lehrschreiben Sacerdotalis caelibatus (1967) als Ausdruck der „vollkommenen und großzügigen Hingabe an das Geheimnis Christi“. Verheiratete Priester in den katholischen Ostkirchen und bei Konvertiten stellen eine historisch begründete Ausnahme dar.

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