„Bleibt den Lehren der Kirche treu“: Papst Leo feiert Messe in Angola
Mit etwa 100.000 Gläubigen hat Papst Leo XIV. am Sonntag in Kilamba in Angola eine Messe gefeiert und verwies auf die Geschichte „dieses wunderschönen und doch so verwundeten Landes, das nach Hoffnung, Frieden und Geschwisterlichkeit hungert und dürstet“. Konkret sprach Leo über „einen langen Bürgerkrieg mit seinen Nachwirkungen in Form von Zwietracht und Spaltung, Verschwendung von Ressourcen und Armut“.
Von dort leitete der Papst zum Sonntagsevangelium über: „Wenn man lange Zeit in eine Geschichte eingetaucht ist, die so sehr von Schmerz geprägt ist, läuft man Gefahr, das Gleiche zu erleben wie die beiden Jünger von Emmaus: die Hoffnung zu verlieren und von Entmutigung gelähmt zu bleiben. Sie gehen zwar weiter, doch sind sie noch immer in den Ereignissen von vor drei Tagen gefangen, als sie Jesus sterben sahen; sie unterhalten sich miteinander, doch ohne auf einen Ausweg zu hoffen; sie sprechen noch immer von dem, was geschehen ist, mit der Mühe derer, die weder wissen, wie sie neu beginnen sollen, noch ob dies überhaupt möglich ist.“
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Mehr Informationen„Meine Lieben, die Frohe Botschaft des Herrn ist auch heute für uns genau diese“, betonte der Papst sodann. „Er lebt, er ist auferstanden und geht an unserer Seite, während wir den Weg des Leidens und der Bitterkeit beschreiten; dabei öffnet er uns die Augen, damit wir sein Wirken erkennen können, und schenkt uns die Gnade, neu anzufangen und wieder an der Zukunft zu arbeiten.“
„Die Gemeinschaft mit dem Herrn erfahren wir vor allem in der Beziehung zu ihm, im Gebet, im Hören auf sein Wort, das unser Herz wie das der beiden Jünger entflammt, und vor allem in der Feier der Eucharistie“, sagte Leo. „Hier begegnen wir Gott.“
Der Pontifex ermahnte die Gläubigen, „jene Formen traditioneller Religiosität wachsam im Auge zu behalten, die zwar zweifellos zu den Wurzeln eurer Kultur gehören, aber gleichzeitig die Gefahr bergen, magische und abergläubische Elemente zu vermischen, die dem geistlichen Weg nicht förderlich sind. Bleibt den Lehren der Kirche treu, vertraut euren Hirten und richtet euren Blick fest auf Jesus, der sich insbesondere im Wort und in der Eucharistie offenbart.“
„Angola braucht Bischöfe, Priester, Missionare, Ordensleute, Laien, die den Wunsch im Herzen tragen, ihr Leben zu teilen und einander zu schenken, sich in gegenseitiger Liebe und Vergebung zu engagieren, Räume der Geschwisterlichkeit und des Friedens zu schaffen und Taten der Barmherzigkeit und Solidarität gegenüber den Bedürftigsten zu vollbringen“, forderte Papst Leo.
Schließlich betonte er: „Und so wie uns die Eucharistie daran erinnert, dass wir ein Leib und ein Geist sind, vereint mit dem einen Herrn, so können und wollen auch wir ein Land aufbauen, in dem die alten Spaltungen für immer überwunden sind, in dem Hass und Gewalt verschwinden, in dem die Plage der Korruption durch eine neue Kultur der Gerechtigkeit und des Teilens geheilt wird.“ Die Menschen in Angola könnten dabei „auf die Nähe und das Gebet des Papstes zählen“.