Papst Leo geht bei fliegender Pressekonferenz erneut auf Konflikt mit Trump ein
An Bord des päpstlichen Flugs von Kamerun nach Angola hat Papst Leo XIV. vor Journalisten den Zweck seiner Apostolischen Reise nach Afrika erklärt. Dabei betonte er, dass der Besuch in erster Linie pastoraler Natur sei. Zugleich ging er auf Missverständnisse ein, die im Zusammenhang mit Äußerungen von US-Präsident Donald Trump entstanden waren.
Der Pontifex begann seine Ausführungen mit einer Begrüßung und reflektierte über die Bedeutung des Besuchs in Kamerun während seiner Reise durch vier afrikanische Länder, wobei er das zentralafrikanische Land als symbolisch zentral für den Kontinent bezeichnete.
„Der Besuch in Kamerun war sehr bedeutsam, da das Land in vielerlei Hinsicht das Herz Afrikas darstellt“, sagte er. „Die Menschen dort sprechen Englisch und Französisch, es gibt rund 250 lokale Sprachen und [Ethnien]. Gleichzeitig verfügt das Land über großen Reichtum und große Chancen, aber auch über die Schwierigkeit, die wir in ganz Afrika finden, nämlich die oft ungleiche Verteilung des Reichtums.“
Augustinus im Mittelpunkt der Apostolischen Reise
Papst Leo XIV. sprach über die geistliche Inspiration, die seine Reise leitet, die in Algerien begonnen hatte und sich auf das Vermächtnis des heiligen Augustinus von Hippo konzentrierte, eines der einflussreichsten Theologen des Christentums und gebürtiger Nordafrikaner.
„Ich habe mich persönlich sehr gefreut, denn wie Sie wissen, haben wir die Reise in Algerien unter dem Motto des heiligen Augustinus begonnen“, erklärte der Papst: „Gestern haben wir an der Katholischen Universität ein wunderschönes Denkmal gesegnet, das dort vorbereitet worden war: eine Karte von Afrika mit dem heiligen Augustinus in der Mitte.“
Für den in den USA geborenen Augustiner, der von 2001 bis 2013 Generalprior seiner Ordensgemeinschaft war, die sich vom Leben und der Spiritualität des heiligen Augustinus von Hippo inspirieren lässt, verkörperte dieses Bild an der Katholischen Universität in Yaoundé die geistliche Logik seiner Afrikareise: „In gewisser Weise drückt es also einen Teil dessen aus, worum es bei dieser Reise geht, und ich komme in erster Linie als Seelsorger nach Afrika, als Oberhaupt der katholischen Kirche, um mit allen Katholiken in ganz Afrika zusammen zu sein, mit ihnen zu feiern, sie zu ermutigen und zu begleiten.“
Dialog über katholische Gemeinschaft hinaus
Papst Leo hob zwar den pastoralen Charakter des Besuchs hervor, räumte jedoch ein, dass seine Reise auch weiterreichende interreligiöse Dimensionen habe. Er verwies insbesondere auf ein Treffen mit islamischen Führungspersönlichkeiten während seines Aufenthalts in Kamerun.
„Natürlich hat der Besuch aber auch andere Dimensionen“, sagte er. „Ich hatte ein sehr gutes Treffen mit einer Gruppe von Imamen in Kamerun, um – wie wir es bereits an anderen Orten getan haben und wie Papst Franziskus es während seines Pontifikats getan hat – den Dialog, die Förderung der Geschwisterlichkeit, das Verständnis, die Akzeptanz und die Friedensstiftung für Menschen aller Glaubensrichtungen weiter voranzutreiben.“
Klärung der Kontroverse mit US-Präsident Trump
Der Papst ging auf Medieninterpretationen ein, die nach Äußerungen des US-Präsidenten Donald Trump vor Beginn der päpstlichen Afrikareise aufgekommen waren. Trump hatte Leo öffentlich in den sozialen Medien angegriffen und ihn in einem langen Beitrag, der offenbar eine Reaktion auf die jüngsten Appelle des Papstes für Frieden und ein Ende des Krieges war, als „schwach in Sachen Kriminalität und furchtbar in der Außenpolitik“ bezeichnet.
In Äußerungen gegenüber Reportern sagte Trump außerdem: „Ich glaube nicht, dass er seine Sache besonders gut macht. […] Ich bin kein Fan von Papst Leo.“ Er sei „eine sehr liberale Person“.
Papst Leo zufolge wurden seine Äußerungen in der anschließenden Berichterstattung fälschlicherweise als Teil eines politischen Schlagabtauschs interpretiert. „Es gab eine bestimmte Darstellung, die nicht in allen Punkten zutreffend war“, sagte er. In Kommentaren sei versucht worden, seine öffentlichen Reden mit der politischen Kontroverse in Verbindung zu bringen.
Als konkretes Beispiel führte der Pontifex eine Gebetsversammlung für den Frieden an, die während der Afrikareise stattfand: „Die Ansprache, die ich vor einigen Tagen bei der Gebetsversammlung für den Frieden gehalten habe, wurde vor zwei Wochen vorbereitet, also lange bevor der Präsident [Trump] sich überhaupt zu meiner Person und zu der Friedensbotschaft, für die ich eintrete, geäußert hat.“ Und doch seien seine Äußerungen so verstanden worden, „als würde ich erneut versuchen, mit dem Präsidenten zu debattieren, was überhaupt nicht in meinem Interesse liegt“.
Mission des Evangeliums fortsetzen
Der Papst bekräftigte den übergeordneten Zweck seiner Apostolischen Reise und betonte, die Mission der Kirche sei weiterhin darauf ausgerichtet, das Evangelium zu verkünden und Frieden und Gerechtigkeit zu fördern. „Also machen wir uns auf den Weg, wir verkünden weiterhin die Botschaft des Evangeliums.“
In seinen Überlegungen zu den liturgischen Aspekten seiner Apostolischen Reise stellte Leo fest, dass die während des Besuchs verwendeten Lesungen aus dem Evangelium zentrale Elemente des christlichen Lebens hervorheben.
„Die Texte der Evangelien, die wir in den Liturgien verwendet haben, zeigen eine Reihe verschiedener, wunderbarer und schöner Aspekte dessen, was es bedeutet, Christ zu sein, Christus nachzufolgen, Brüderlichkeit und Gemeinschaft zu fördern, auf den Herrn zu vertrauen, aber auch nach Wegen zu suchen, um Gerechtigkeit in unserer Welt zu fördern und den Frieden in unserer Welt zu stärken“, so der Papst.
Begeisterung der Gläubigen in Kamerun
Papst Leo bedankte sich bei den Gläubigen in Kamerun für den Empfang während seines viertägigen Besuchs. Anschließend ging er kurz auf seine Zeit in den drei kirchlichen Provinzen Kameruns ein, nämlich in Yaoundé, Bamenda und Douala: „Die Freude der Menschen war absolut fantastisch. Die Erfahrung einer Glaubensgemeinschaft, von Menschen, die in der gemeinsamen Begeisterung, wenn man so will, wirklich entdeckt haben, wie wunderbar es ist, zu erfahren, was es bedeutet, ein Nachfolger Jesu Christi zu sein und unseren Glauben gemeinsam zu feiern.“
„Diese Begeisterung war in Kamerun sehr präsent“, fügte er hinzu. „Ich bin sehr glücklich, diese Erfahrung gemacht zu haben und Ihr ganzes Volk in diesen Tagen begleitet zu haben.“
Nach Algerien und Kamerun befindet sich Papst Leo derzeit in Angola. Zuletzt besucht er noch Äquatorialguinea, bevor es am Donnerstag wieder zurück in den Vatikan geht.
EWTN überträgt alle öffentlichen Programmpunkte der Afrika-Reise von Papst Leo XIV. live im Fernsehen sowie online im Stream. Die Programmpunkte mit genauen Uhrzeiten sowie die entsprechenden Links für den Stream finden Sie HIER.
Übersetzt und redigiert aus dem Original von ACI Africa, der für Afrika zuständigen englischsprachigen Partneragentur von CNA Deutsch.