„Stellen Sie das Gemeinwohl über das Partikularinteresse“: Papst Leo in Angola
Papst Leo XIV. hat sich nach seiner Ankunft in Angola am Samstagnachmittag zunächst mit Staatspräsident João Lourenço getroffen und im Anschluss eine Ansprache vor Vertretern aus Politik und Zivilgesellschaft sowie vor dem diplomatischen Korps gehalten. Der Pontifex bezeichnete sich als „Pilger, der nach den Zeichen des Wirkens Gottes in diesem von ihm geliebten Land sucht“.
„Ich möchte denen zuhören und Mut machen, die sich bereits für das Gute, die Gerechtigkeit, den Frieden, die Toleranz und die Versöhnung entschieden haben“, erläuterte Leo. „Gleichzeitig möchte ich gemeinsam mit Millionen von Männern und Frauen guten Willens, die den größten Reichtum dieses Landes ausmachen, auch die Umkehr derer erbitten, die entgegengesetzte Wege einschlagen und seine harmonische und brüderliche Entwicklung behindern.“
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Mehr InformationenDirekt an die anwesenden Führungspersönlichkeiten gewandt betonte er: „Angola kann sich stark weiterentwickeln, wenn vor allem Sie, die Sie im Land Verantwortung tragen, an die Vielfältigkeit seines Reichtums glauben. Fürchten Sie sich nicht vor Meinungsverschiedenheiten, ersticken Sie nicht die Visionen der Jugend und die Träume der Älteren, seien Sie in der Lage, Konflikte zu bewältigen und sie in Wege der Erneuerung zu verwandeln.“
„Stellen Sie das Gemeinwohl über das Partikularinteresse und verwechseln Sie niemals Ihren Teil mit dem Ganzen“, forderte der Papst. „Die Geschichte wird Ihnen dann Recht geben, auch wenn Ihnen im Moment jemand feindlich gesinnt sein mag.“
Leo unterstrich die Bedeutung wahrer Freude. Sie sei „in der Tat das, was das Leben intensiver macht und in das offene Feld der Gemeinschaft führt: Jeder freut sich, wenn er seine zwischenmenschlichen Fähigkeiten einbringt, wenn er erkennt, dass er zum Gemeinwohl beiträgt, und dass er als einzigartige Person in seiner Würde anerkannt ist, in einer Gemeinschaft von Begegnungen, die sich vermehren und den Geist weiten.“
„Die Freude versteht es, auch in den dunkelsten Bereichen der Stagnation und der Bedrängnis Wege zu bahnen“, so Papst Leo. „Prüfen wir also unser Herz, meine Lieben, denn ohne Freude gibt es keine Erneuerung; ohne Innerlichkeit gibt es keine Befreiung; ohne Begegnung gibt es keine Politik; ohne den anderen gibt es keine Gerechtigkeit.“
Schließlich appellierte der Pontifex: „Gemeinsam können Sie Angola zu einem Projekt der Hoffnung machen. Die katholische Kirche, deren Wirken zum Wohle des Landes Sie, wie ich weiß, sehr schätzen, möchte Sauerteig im Teig sein und das Wachstum eines gerechten Modells des Zusammenlebens fördern, das frei ist von den Arten der Knechtschaft, die von Eliten mit viel Geld und falschen Freuden aufgezwungen werden.“
„Nur gemeinsam werden wir die Gaben dieses wunderbaren Volkes vervielfachen können, bis hin in die städtischen Randgebiete und die entlegensten ländlichen Regionen, in denen sein Leben pulsiert und seine Zukunft vorbereitet wird“, zeigte er sich überzeugt. „Beseitigen wir die Hindernisse für die ganzheitliche menschliche Entwicklung, indem wir gemeinsam mit jenen kämpfen und hoffen, die die Welt verworfen, Gott aber erwählt hat.“