Schweizer Ordensgemeinschaft hat Krankenhaus für über eine halbe Milliarde verkauft

Schweizer Ordensgemeinschaft hat Krankenhaus für über eine halbe Milliarde verkauft

Für rund 530 Millionen Franken hat das Institut Ingenbohl der Schweizer Provinz der Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Kreuz das Claraspital in Basel im Juli 2025 an das Universitätsspital Basel verkauft, wie die Schweizer Zeitschrift „Bilanz“ jetzt berichtete. Die Summe entsprach damals rund 560 Millionen Euro. Durch das Geld soll die Altersversorgung der überalterten Ordensgemeinschaft abgesichert werden.

„Diese Entscheidung fällt uns nicht leicht, aber sie ist notwendig, um langfristig verantwortungsvoll zu handeln“, sagte Schwester Tobia Rüttimann, Provinzoberin der Schweizer Provinz, in einem Stellungnahme des Klosters laut Portal kath.ch.

Sie begründete den Verkauf mit der demografischen Entwicklung des Ordens: „Über 230 unserer Schwestern sind über 80 Jahre alt, während nur noch 15 jünger als 70 sind.“ In der Schweizer Provinz lebten insgesamt rund 270 Schwestern, von denen 125 bereits in Pflegeheimen oder im betreuten Wohnen untergebracht sind.

„Es wird uns bald nicht mehr möglich sein, Verwaltungsrätinnen aus unseren Reihen für das Spital zu stellen und auf dessen Führung Einfluss zu nehmen“, sagte Rüttimann weiter. Als zweiten Grund nannte sie die knappe finanzielle Basis des Klosters.

„Unsere finanziellen Ressourcen sind beschränkt, und wir müssen sicherstellen, dass unsere Schwestern auch in Zukunft gut versorgt sind“, erklärte die Provinzoberin.

Das Institut Ingenbohl finanzierte sich bislang primär durch Minimalrenten und vereinzelte Vermietungen. Teile der Einnahmen flossen zudem an wirtschaftlich schwächere Provinzen des Ordens in Afrika, Asien und Südamerika.

Die Regionalzeitung „Bote der Urschweiz“ hatte den Kaufpreis aus der Bilanz des öffentlich-rechtlichen Universitätsspitals rekonstruiert. Demnach stiegen die Darlehen Dritter um 520 Millionen Franken, die Bilanzsumme um 530 Millionen Franken. Offiziell hatten die Vertragsparteien Stillschweigen über den Preis vereinbart.

Der Verwaltungsratspräsident des Universitätskrankenhauses, Robert-Jan Bumbacher, erklärte gegenüber „Bilanz“, man könne „hervorragend qualifiziertes Personal“ und eine „exzellente Unternehmensstruktur“ übernehmen.

Die Bekanntmachung der Transaktion erfolgte am 8. Juli 2025. Seit November 2025 gehört die Clara-Gruppe offiziell zum Universitätsspital Basel. Die Integration der rund 1200 Mitarbeiter begann im Verlauf des Jahres 2026.

Für die Ingenbohler Schwestern ging mit dem Verkauf eine fast hundertjährige Ära der Spitalträgerschaft zu Ende. Das 1928 gegründete Claraspital war das letzte Spital des Klosters. „Wir haben keine weiteren Spitäler mehr, das St. Claraspital ist das letzte“, teilte Rüttimann mit.

1856 gründeten Theodosius Florentini und Maria Theresia Scherer die Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Kreuz im Kloster Ingenbohl. Dem Historischen Lexikon der Schweiz zufolge unterhielt der Orden in seiner Geschichte zwei Krankenpflegeschulen sowie zahlreiche Spitäler und Privatpflegestationen in der Schweiz. Im Jahr 2025 feierte die Gemeinschaft den 200. Geburtstag ihrer Mitgründerin Maria Theresia Scherer.

Werden Sie Teil der EWTN-Familie. Abonnieren Sie unseren Newsletter!

*Ich möchte zukünftig den wöchentlichen Newsletter von EWTN.TV mit Impulsen, Programmtips und Informationen rund um Ihren katholischen Fernsehsender per E-Mail empfangen. Diese Einwilligung kann am Ende jedes Newsletters widerrufen werden. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.