Wie 41 Jahre an der Klosterpforte Konrad von Parzham zum Heiligen machten

Wie 41 Jahre an der Klosterpforte Konrad von Parzham zum Heiligen machten

Am 21. April begeht die katholische Kirche den Gedenktag des heiligen Bruders Konrad von Parzham OFMCap, der viele Jahrzehnte Klosterpförtner von Altötting war. Rund 41 Jahre lang diente der Laienbruder als Pförtner im Kapuzinerkloster St. Anna und starb im Jahr 1894 im Ruf der Heiligkeit.

„Es war Gottes Wille: Ich musste alles verlassen, was mir lieb und teuer war. Ich musste meinem Beruf nachkommen. Ich konnte nicht anders“, schrieb Konrad in einem Brief aus dem Jahr 1864 über seinen Ordensentschluss.

Als Johann Evangelist Birndorfer wurde er am 22. Dezember 1818 als elftes Kind einer Bauernfamilie auf dem Venushof zu Parzham im Rottal geboren. Seine Mutter starb 1832, der Vater zwei Jahre später.

Bis zu seinem 31. Lebensjahr arbeitete er auf dem heimatlichen Hof. Obwohl er leidenschaftlicher Bauer war, verzichtete er 1849 auf das Erbe und trat als Laienbruder in das Kapuzinerkloster von Altötting ein.

Zu Beginn des Noviziates in Laufen an der Salzach erhielt er im Jahr 1851 den Ordensnamen Konrad. Im Jahr 1852 legte er die feierliche Profess auf Lebenszeit ab. Noch im selben Jahr übertrug man ihm das Amt des Klosterpförtners am Wallfahrtsort Altötting. Diese Tätigkeit sollte seine Lebensaufgabe werden, der er sich bis zu seinem Tod widmete.

Sein Tagesablauf war klar gegliedert: Vor vier Uhr morgens öffnete er die Kirche, bereitete die Sakristei für die Frühmesse vor und ministrierte anschließend in der Gnadenkapelle. Ab sechs Uhr stand er an der Pforte, im Sommer bis 21 Uhr, im Winter bis 20 Uhr. Freie Minuten füllte er nicht mit Ablenkung, sondern zog sich in die Alexiuszelle zurück, eine kleine Kammer unter einer Treppe, um zu beten.

Geduld im Umgang mit den Besuchern galt als sein herausragendes Merkmal. An die Pforte des Klosters kamen täglich Pilger und Bedürftige. Konrad schenkte jedem Besucher Zeit und hörte zu. Nach Angaben der Deutschen Kapuzinerprovinz war er geradlinig, zupackend und zugleich empathisch gegenüber bedürftigen Menschen.

Konrad von Parzham starb am 21. April 1894 während des abendlichen Angelusläutens. Seine Gebeine wurden am 13. Oktober 1912 in die alte St. Anna-Kirche, die heutige Bruder-Konrad-Kirche, übertragen. Papst Pius XI. sprach ihn am 15. Juni 1930 selig. Am 20. Mai 1934 nahm er ihn in das Verzeichnis der Heiligen auf.

Seit 1984 ist Konrad von Parzham dritter Diözesanpatron des Bistums Passau, nach dem heiligen Valentin und dem heiligen Maximilian. Sein Geburtsort Parzham, heute zur Stadt Bad Griesbach im Rottal gehörend, unterhält den sogenannten Bruder-Konrad-Hof, wo Geburts- und Schlafzimmer des Heiligen im Originalzustand erhalten sind.

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