Papst Leo berichtet von Schmerz und Bewunderung bei Besuchen in Krankenhäusern
Papst Leo XIV. hat am Dienstag, seinem ersten Tag in Äquatorialguinea, eine psychiatrische Klinik besucht und dabei seinen Zwiespalt zwischen Schmerz und Bewunderung ausgedrückt.
„Einerseits spüre ich den Schmerz oder die Traurigkeit der Menschen, die leiden; oft tragen sie einen sehr großen Schmerz in sich“, sagte Leo. „Manchmal sind es sichtbare Wunden, manchmal sind es Wunden, die niemand sieht, von denen aber der Betroffene selbst weiß, dass er sie in seinem Herzen und in seinem Leben trägt. Ich empfinde Schmerz für die Familien, die oft nicht wissen, wie sie den Patienten begleiten und ihm helfen können.“ Umgekehrt aber empfinde er „Bewunderung und Trost für all das, was dort täglich getan wird, um dem menschlichen Leben zu dienen.“
Der Pontifex zitierte den Direktor der psychiatrischen Klinik, der gesagt hatte: „Eine wahrhaft große Gesellschaft ist nicht die, die ihre Schwächen verbirgt, sondern jene, die sie mit Liebe umgibt.“
Leo betonte, dies sei „ein Grundsatz der Zivilisation mit christlichen Wurzeln, denn es war Christus, der in der Geschichte der Menschheit die Behinderung vom Fluch befreite und ihr ihre volle Würde zurückgab“.
„Doch der Erlöser will und kann uns nicht ohne unser Mitwirken retten, weder auf persönlicher noch auf gesellschaftlicher Ebene“, führte er aus. „Aus diesem Grund bittet er uns, unsere Brüder und Schwestern nicht nur mit Worten, sondern mit Taten zu lieben. Ein Pflegezentrum wie dieses kann mit Gottes Hilfe und dem Engagement aller zu einem Zeichen der Zivilisation der Liebe werden.“
„Gott liebt uns so, wie wir sind“, konstatierte Leo, um dann hinzuzufügen: „Aber nicht, um uns so zu lassen, wie wir sind! Nein, Gott will nicht, dass wir immer krank sind, immer Schmerzen haben – er will, dass wir gesund sind! Gott will, dass wir gesund sind. Gott möchte uns diese Gnade schenken, um uns zu helfen, jene Wunden zu heilen, die wir in uns tragen.“
Ein Krankenhaus – „insbesondere eines mit christlicher Ausrichtung“ – sei „ein Ort, an dem Menschen so aufgenommen werden, wie sie sind, in ihrer Gebrechlichkeit respektiert werden, aber mit dem Ziel, ihnen zu helfen, sich besser zu fühlen – und zwar mit einer ganzheitlichen Sichtweise“, schloss Papst Leo. „Dafür ist die spirituelle Dimension unerlässlich; es hat mir sehr gefallen, dass der Direktor dies besonders hervorgehoben hat.“