Renovabis-Chef fordert „gesundes Verhältnis zwischen Kirche und Staat“ in Armenien

Renovabis-Chef fordert „gesundes Verhältnis zwischen Kirche und Staat“ in Armenien

„Es muss ein gesundes Verhältnis zwischen Kirche und Staat erst noch gefunden werden“, hat der Hauptgeschäftsführer des kirchlichen Hilfswerks Renovabis, Pfarrer Thomas Schwartz, zur Lage in Armenien konstatiert. Gegenüber der katholischen Wochenzeitung „Die Tagespost“ (aktuelle Ausgabe) sprach Schwartz über einen „Lernprozess, in dem beide Seiten Kompromisse machen müssen“.

In einem so kleinen Land wie Armenien, „das umgeben ist von Nachbarn, die es sich nicht ausgesucht hat und die nicht gerade wohlgesinnt sind, wäre es im Sinn des gesellschaftlichen Zusammenhalts, den Konflikt nicht eskalieren zu lassen, sondern zum Weg des Miteinanders zurückzufinden“.

Angesichts der Vorwürfe der armenischen Regierung, das Oberhaupt der armenisch-apostolischen Kirche, die nicht mit Rom verbunden ist, sei von Russland beeinflusst, antwortete Schwartz: „Diese Kirche versteht sich als Kirche aller Armenier. Wenn man weiß, dass rund acht Millionen Armenier außerhalb der Republik Armenien leben und von diesen wiederum ein nicht unbeträchtlicher Teil in Russland lebt, dann ist nicht auszuschließen, dass russische Einflüsse wahrzunehmen sind. Zumal der Bruder des Katholikos Metropolit in Russland ist.“

Umgekehrt dürfe auch die armenisch-apostolische Kirche trotz ihrer historisch bedeutsamen Rolle für das armenische Volk keinen „Suprematie-Anspruch der Kirche über den Staat“ befördern. „Die Kirche kann und muss alle Möglichkeiten in Anspruch nehmen, die ihr der Rechtsstaat bietet, ihre Unabhängigkeit zu schützen, aber sie darf sich nicht an die Stelle des Staates oder über den Staat stellen.“

Über die wechselseitige Beziehung von Kirche und Staat sagte Schwartz: „Ich halte es für schwierig, ja für unangemessen, wenn ein Vertreter der Regierung das Oberhaupt einer Kirche zum Rücktritt auffordert. Ebenso ist es zu kritisieren, wenn das Oberhaupt einer religiösen Gemeinschaft in seiner kirchlichen Funktion den Sturz der Regierung fordert.“

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