Lateinisches Patriarchat von Jerusalem verurteilt Siedler-Übergriffe im Jordantal
Das Lateinische Patriarchat von Jerusalem hat die Übergriffe israelischer Siedler auf Kirchengrundstücke im nördlichen Jordantal scharf verurteilt. Nach einer offiziellen Beschwerde bei zivilen und militärischen Behörden hat es deren Einschreiten erwirkt. Laut der Stiftungsabteilung des Patriarchats ist der Schutz kirchlicher Grundstücke eine „rote Linie“.
„Die Stiftungsabteilung des Lateinischen Patriarchats bekräftigt, dass der Schutz der kirchlichen Stiftungsgüter eine rote Linie darstellt. Sie wird weiterhin alle erforderlichen rechtlichen und administrativen Schritte unternehmen, um deren Heiligkeit zu schützen, ihre kirchliche Identität zu bewahren, ihre rechtmäßigen Ansprüche zu verteidigen und die lokale Bevölkerung weiterhin zu unterstützen“, hieß es in einer Pressemitteilung des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem vom vergangenen Donnerstag.
Am vergangenen Mittwoch hielt die Stiftungsabteilung des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem ein Treffen mit Vertretern der israelischen Militärbehörden und der Zivilverwaltung in den Gebieten Tayasir und Hamam Il-Maleh im Gouvernement Tubas ab. Anlass waren Übergriffe israelischer Siedler auf Kirchenland des Patriarchats in der Tayasir-Region im nördlichen Jordantal des besetzten Westjordanlands.
Im Rahmen der rechtlichen Aufarbeitung reichte das Patriarchat eine offizielle und dokumentierte Beschwerde bei den zuständigen Behörden ein. Diese enthielt Einzelheiten zu den Angriffen auf Anwohner und Patriarchatsliegenschaften an mehreren Orten.
In der Folge leiteten die Behörden Maßnahmen ein: Sie verfolgten die Verantwortlichen strafrechtlich und beschlagnahmten schweres Gerät – darunter Bagger und Planierraupen –, das zur Zerstörung und Beschädigung der kirchlichen Grundstücke eingesetzt worden war.
Während des Treffens brachte das Lateinische Patriarchat seine „uneingeschränkte Ablehnung dieser Handlungen“ zum Ausdruck und bezeichnete sie als „eindeutige Verletzung kirchlichen Eigentums“. Es forderte die unverzügliche Beseitigung aller verursachten Schäden, die Verhinderung künftiger Übergriffe sowie die Gewährleistung rechtlichen Schutzes für die Ländereien des Patriarchats.
Vertreter der zuständigen Behörden erkannten die Schwere der Angelegenheit an und verpflichteten sich zur „unverzüglichen Beseitigung der Eingriffe“ und zur Fortsetzung der strafrechtlichen Verfolgung der Verantwortlichen.
Kardinal Pierbattista Pizzaballa OFM, der Lateinische Patriarch von Jerusalem, wurde vollständig über die Entwicklungen informiert und gab Anweisungen, dass die Angelegenheit „ernsthaft verfolgt und der lokalen Bevölkerung unter diesen schwierigen Umständen jede mögliche Unterstützung gewährt wird“.
Das Patriarchat bekräftigte zudem seine Solidarität mit der Bevölkerung der Region und sein Engagement, „ihnen dabei zu helfen, standhaft zu bleiben, ihre Würde zu wahren und in Sicherheit und Stabilität zu leben, im Einklang mit dem humanitären Auftrag der Kirche“.
