Wegbereiter, nicht Nachlassverwalter: Bischof Nowak von Magdeburg beigesetzt

Wegbereiter, nicht Nachlassverwalter: Bischof Nowak von Magdeburg beigesetzt

Bischof Gerhard Feige hat seinen Vorgänger als Bischof von Magdeburg, Leo Nowak, bei dessen Beisetzung „als Wegbereiter“ gewürdigt – „und nicht als Nachlassverwalter“. Der emeritierte Bischof war am 12. April mit 97 Jahren gestorben und wurde am Samstag beerdigt.

„Zeit seines Lebens stellte sich Bischof Leo den immer neuen Herausforderungen mit der nötigen Gelassenheit, einem schöpferischen Mut und einer unbändigen Zuversicht, verstand er sich als Wegbereiter und nicht als Nachlassverwalter“, sagte Feige in seiner Predigt. Nowark habe „unserer Kirche ein zutiefst hoffnungsvolles und liebenswürdiges Gesicht gegeben. Dafür gebührt ihm höchstes Lob.“

Nowak, „der schon immer nur Leo genannt werden wollte“, sei „anderen Menschen mit großer Offenheit und aufrichtigem Interesse begegnet, bescheiden und klug, authentisch und überzeugend, herzlich und oftmals verschmitzt, mit aufheiternden Bemerkungen auf den Lippen“, so Feige. „Wer mit ihm sprach, fühlte sich persönlich ernstgenommen. Auch ihn berührten die Freude und das Leid anderer zutiefst. Nicht selten erwuchsen aus kurzen Begegnungen sogar andauernde Beziehungen.“

Geboren am 17. März 1929, wuchs Nowak in Magdeburg auf. Er machte nach der Schulzeit zunächst eine kaufmännische Ausbildung und danach das Abitur. Schließlich entschied er sich für den Priesterberuf. Auf das Studium in Paderborn und Erfurt folgte 1956 die Priesterweihe, also noch einige Jahre vor dem Mauerbau.

Auf viele Jahre in der Seelsorge folgten viele Jahre in der Verwaltung des ostdeutschen Teils der Erzdiözese Paderborn, zu der das Gebiet der heutigen Diözese Magdeburg damals gehörte. 1990 wurde Nowak auf Geheiß von Papst Johannes Paul II. zum Bischof geweiht und übernahm das Amt des Apostolischen Administrators in Magdeburg. Seit 1994 ist Magdeburg ein eigenständiges Bistum. Als Bischof von Magdeburg trat Nowak 2004 aus Altersgründen zurück, lebte danach also noch mehr als 20 Jahre im Ruhestand.

In einem Interview im Jahr 2024 sagte Nowak: „Glaubwürdigkeit zurückgewinnen ist das Gebot der Stunde. Dafür ist eine große Sensibilität für Echtheit und Vertrauen erforderlich. Manche Verhaltensweisen der Kirche sind für die Menschen von heute einfach nicht mehr nachzuvollziehen.“

„Die religiöse Sprache stößt vielfach auf Unverständnis“, führte er aus. „‚Pflichtzölibat‘ oder das Verbot der Weihe für Frauen zu Diakonen und Priestern stoßen auf Unverständnis, weil die Gleichberechtigung für Frauen in der gesellschaftlichen Öffentlichkeit eine große Rolle spielt. Der sogenannte ‚synodale Weg‘ ist auch deshalb eine hoffnungsvolle Initiative. Wir brauchen die Erneuerung!“

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