Erzbischof Bentz: Hohe Rüstungsausgaben sind „Symptom“ geschwächter Weltordnung

Erzbischof Bentz: Hohe Rüstungsausgaben sind „Symptom“ geschwächter Weltordnung

Erzbischof Udo Markus Bentz hat die neuen Zahlen des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI zu den weltweiten Militärausgaben als Symptom einer geschwächten internationalen Ordnung bezeichnet. Das Institut hatte am Montag mitgeteilt, dass die Staaten der Welt im Jahr 2025 rund 2,887 Billionen US-Dollar für militärische Zwecke ausgegeben haben.

„Die von Sipri vorgelegten Zahlen sind ein Symptom der Schwächung der internationalen Ordnung sowie der Zunahme der Unsicherheit in den Beziehungen zwischen den Staaten“, sagte Bentz am Montag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Bentz ist Vorsitzender der Deutschen Kommission Justitia et Pax und Erzbischof von Paderborn.

Nach SIPRI-Angaben handelt es sich um den elften jährlichen Anstieg in Folge. Laut Forschern stiegen die Ausgaben in Europa um 14 Prozent und in Asien sowie in Ozeanien um 8,1 Prozent im Vergleich zu 2024. In Mittel- und Westeuropa markierte 2025 den stärksten jährlichen Anstieg der Verteidigungsausgaben seit dem Ende des Kalten Krieges.

Das Land mit den höchsten Einzelausgaben blieben die USA mit 954 Milliarden Dollar. China folgte mit 336 Milliarden, Russland mit 190 Milliarden. Auf Platz vier lag Deutschland mit 114 Milliarden Dollar. Während die USA ihre Ausgaben um 7,5 Prozent gegenüber 2024 senkten, stiegen sie in Europa kräftig weiter.

SIPRI-Experte Xiao Liang kommentierte die Zahlen: „Die globalen Militärausgaben stiegen 2025 erneut an, da die Staaten auf ein weiteres Jahr voller Kriege, Unsicherheit und geopolitischer Umbrüche mit massiven Aufrüstungskampagnen reagierten.“

Bentz sah auch einen Zusammenhang zwischen den Zahlen und einer veränderten Großmachtpolitik: „Das fördert eine Dynamik der Aufrüstung und führt zur Fokussierung auf die militärischen Aspekte von Sicherheit.“

„Den davon ausgehenden Bedrohungsdynamiken können auch wir uns in Deutschland und Europa nicht einfach entziehen“, sagte der Erzbischof. „Es gilt, angemessen – leider auch militärisch – darauf zu antworten.“

Zugleich plädierte Bentz dafür, einen politischen Prozess in Gang zu setzen, „der Vertrauen und Sicherheit schafft, gegenseitige Bedrohung reduziert und dem Völkerrecht wieder die dringend erforderliche Anerkennung verschafft“.

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