Notre-Dame de Paris: Denkmalschützer kündigen Klage gegen Austausch von Fenstern an

Notre-Dame de Paris: Denkmalschützer kündigen Klage gegen Austausch von Fenstern an

Die französische Denkmalschutzorganisation „Sites et Monuments“ will den geplanten Austausch von sechs historischen Kirchenfenstern in der Kathedrale Notre-Dame de Paris juristisch stoppen. Am 17. April wurde die Baugenehmigung für die Arbeiten an der Kathedrale ausgehängt, womit eine zweimonatige Frist für einen Einspruch beim Pariser Verwaltungsgericht begann.

„Was letztlich auffällt, sind die Alleingänge unseres Präsidenten. Die politische Entscheidung findet weder in Fachkreisen noch in der Öffentlichkeit Unterstützung“, sagte Julien Lacaze, der Präsident von „Sites et Monuments“, gegenüber dem Radiosender Europe 1.

Bei den historischen Kunstwerken handelt es sich um sechs Glasfenster im südlichen Seitenschiff der Kathedrale. Eugène Viollet-le-Duc hatte sie im 19. Jahrhundert entworfen. Beim Großbrand im April 2019 blieben sie unversehrt.

Hintergrund des Projekts ist eine Initiative von Präsident Emmanuel Macron, der im Dezember 2023 einen Wettbewerb für sechs zeitgenössische Fenster ausschrieb. Als Gewinnerin wurde im Dezember 2024 die Malerin Claire Tabouret gekürt. Geplant ist die Installation für Ende 2026. Nach Medienberichten belaufen sich die Gesamtkosten des Projekts auf vier Millionen Euro.

Lacaze begründete den geplanten Einspruch auch mit kunsthistorischen Einwänden: „Es gibt eine Hierarchie in der Reichhaltigkeit der Fenster. Man beginnt mit nicht-figurativen Fenstern im Kirchenschiff, um zu den schönsten Fenstern zu führen, den figurativen im Chor. Und die Einführung figurativer Fenster ins Kirchenschiff bringt diese Gesamtkomposition aus dem Gleichgewicht.“

Gegen das Vorhaben hatte sich die Commission nationale du patrimoine et de l’architecture (auf Deutsch: Nationale Kommission für Kulturerbe und Architektur) bereits zweimal ausgesprochen. Mehr als 335.000 Menschen unterzeichneten eine Petition, die den Erhalt der historischen Fenster fordert. Gleichzeitig verwies Macron auf seinen Willen, in der wieder aufgebauten Kathedrale eine zeitgenössische Spur zu hinterlassen.

Die Künstlerin Tabouret hatte den Einwänden eine eigene Position entgegengestellt. „Es wäre eine Katastrophe, ein Monument in seiner Geschichte einzufrieren“, sagte sie.

Ein erster Klageversuch von „Sites et Monuments“, den öffentlichen Auftrag zu annullieren, scheiterte Ende November 2025 vor dem Verwaltungsgericht Paris. Der nun geplante Eilantrag zielt auf eine vorläufige Aussetzung der Bauarbeiten.

Bis zum 17. Juni hat die Organisation Zeit, diesen einzureichen. Wird er vom Gericht angenommen, könnten die Arbeiten bis zu einer abschließenden Entscheidung ausgesetzt werden.

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