Bistum Chur stellt klar: Keine Exkommunikation nach Verfütterung von Hostien an Hunde

Bistum Chur stellt klar: Keine Exkommunikation nach Verfütterung von Hostien an Hunde

Das Bistum Chur hat die kirchenrechtliche Untersuchung zu einem Vorfall in der Zürcher Pfarrei Guthirt abgeschlossen, bei dem drei Gläubige konsekrierte Hostien an Hunde verfüttert hatten. Den drei Gläubigen wurde demnach keine Exkommunikation auferlegt.

„Die Erkenntnisse zeigen eindeutig, dass die drei Personen nicht in sakrilegischer Absicht gehandelt haben. Folglich kann ihnen kein Sakrileg vorgeworfen werden, da diese Absicht gefehlt hat. Daher zogen sie sich nicht die Exkommunikation zu, die dem Apostolischen Stuhl als Strafe für ihre Taten vorbehalten ist“, teilte das Bistum Chur am 17. April gegenüber The Pillar mit.

Pfarrer Marcel von Holzen hatte eine ursprünglich im Freien geplante Tiersegnung am Hochfest des heiligen Franz von Assisi wegen schlechten Wetters in die Kirche verlegt. So wurde aus dem für den 4. Oktober 2025 geplanten Wortgottesdienst eine Eucharistiefeier mit Kommunionspendung.

In einer E-Mail an das Portal Swiss-Cath.ch schilderte von Holzen damals den Ablauf: „Dieser Vorfall ereignete sich ganz gegen unsere Absicht; dass es Mitfeiernde gibt, die die Eucharistie nicht richtig verstehen, haben wir in diesem Moment nicht bedacht. Zudem gaben die betreffenden Personen erst nach dem Kommunionempfang Partikel weiter, so dass wir diesen Vorgang erst nach dem Geschehen feststellen konnten.“ Das Portal stellte diese Darstellung jedoch infrage und forderte eine Klärung durch den Churer Bischof.

Kirchenrechtlich stand die Frage der sakrilegischen Absicht im Mittelpunkt. Nach can. 1382 des Codex Iuris Canonici tritt die Exkommunikation nur ein, wenn eucharistische Gestalten „in sakrilegischer Absicht“ entwendet oder weggeworfen werden. Bischof Joseph Bonnemain schloss daraus, dass ohne diese Absicht kein kanonisches Delikt vorliegen könne.

Den Vorfall bezeichnete das Bistum als „zutiefst bedauerlich“. Bonnemain ordnete Exerzitien für das gesamte Pfarreiteam an, bei denen das Apostolische Schreiben Desiderio desideravi von Papst Franziskus über die eucharistische Liturgie vertieft werden solle.

CNA Deutsch hatte über den Vorfall im Dezember 2025 mehrmals ausführlich berichtet. Damals hatte die Kommunikationsverantwortliche des Bistums, Nicole Büchel, angekündigt, die Untersuchungen würden „sicherlich bis in den Januar hinein dauern“.

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