Deutsche Bischöfe veröffentlichen neue Rahmenordnung für Priesterausbildung

Deutsche Bischöfe veröffentlichen neue Rahmenordnung für Priesterausbildung

Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) hat am Dienstag eine neue Rahmenordnung für die Priesterausbildung veröffentlicht. Es solle ein synodaler Stil in der Priesterausbildung verankert werden. Das offiziell vom Vatikan bestätigte Dokument mit rund 200 Seiten orientiert sich an der Ratio Fundamentalis, die Papst Franziskus im Jahr 2016 approbiert hatte.

Bischof Michael Gerber, der Vorsitzende der DBK-Kommission für Geistliche Berufe und Kirchliche Dienste, sagte: „Ich wünsche mir sehr, dass Seminaristen wie Ausbildungsverantwortliche die Impulse der Ratio Nationalis aufnehmen und zur Grundlage ihres Handelns machen. Die Kirche der Zukunft braucht qualifizierte Priester, die zusammen mit den unterschiedlichen Gliedern des Volkes Gottes angesichts der großen Herausforderungen die Gegenwart in Kirche und Gesellschaft gestalten können.“

„Die Ausprägung einer dialogischen Existenz ist wesentlich für einen Priester“, betonte er. „Deshalb soll die Ausbildung nicht allein den Erwerb einzelner Fertigkeiten, sondern vor allem die Persönlichkeitsentwicklung fördern.“ Der künftige Priester solle während der Ausbildung „ein möglichst realistisches Bild von sich selbst“ gewinnen und einen „Modus“ finden, „mit dem er lebenslang jeweils neue Erfahrungen in einen Prozess der fortdauernden Reifung seiner Persönlichkeit integrieren kann“.

Die DBK fasste in einer Mitteilung zusammen, dass man etwa auf „eine dezentralere Ausbildung, also einen Wechsel zwischen dem Leben im Seminar und dem Wohnen in Pfarrgemeinden“, besonderen Wert lege, aber auch auf „gemeinsame Ausbildungseinheiten angehender Priester mit anderen pastoralen Berufsgruppen“.

„Kompetente Frauen sollen auf allen Ebenen der Ausbildung mit in die Verantwortung genommen werden“, hieß es außerdem. „Die Bedeutung der Psychologie wird gestärkt.“

Bischof Gerber erklärte, „dass ein synodaler Stil in der Priesterbildung verankert werden soll, aber auch umgekehrt, dass die Ausbildung der geistlichen Berufe auf allen Ebenen grundlegend für den Aufbau einer synodalen Kultur in der Kirche ist. An unserer synodalen Haltung und Unterscheidungsfähigkeit müssen wir ein Leben lang arbeiten.“

Tatsächlich kommt das Wort „synodal“ – ein Begriff, der auch nach mehreren Jahren der häufigen Verwendung keine offizielle Definition hat – in der Rahmenordnung nur an zwei Stellen vor. So habe die Pastoraltheologie das Thema „geistliche Unterscheidung in einer synodalen Kirche“ zu behandeln. Ansonsten ist nur im Vorwort, das wiederum von Gerber stammt, zu lesen: „Wir sind herausgefordert, an einer synodalen Kultur zu arbeiten, die sich als gemeinsame Suche von Klerikern und Laien nach einer authentischen Form des Kirche-Seins begreift, die ‚je mehr‘ dem Geist Gottes entspricht.“

Zur Erstellung der Rahmenordnung für die Priesterausbildung sagte Gerber, man habe bei der Erarbeitung des Textes „zu Zwischenergebnissen ein kritisches Feedback unterschiedlicher Bezugsgruppen eingeholt, darunter Ausbildungsverantwortliche und Theologieprofessoren sowie Seminaristen und der auf der Ebene der Deutschen Bischofskonferenz gebildete Beirat von Betroffenen sexualisierter Gewalt. Deren Rückmeldungen wurden zusammen mit weiteren Fachexpertisen in die Redaktionsarbeit eingebunden.“

„Mit den zuständigen römischen Stellen waren wir gerade auch in Bezug auf spezifische Fragen, die für den deutschen Kontext relevant sind – etwa die Bedeutung staatlicher Fakultäten für die Priesterausbildung –, im konstruktiven Austausch“, betonte der Bischof. „Ich bin sehr dankbar, dass wir jetzt ein Dokument vorlegen können, das auf die Herausforderungen unserer Zeit mit Erkenntnissen aus der Humanwissenschaft, aber auch mit geistlicher und theologischer Tiefe reagiert.“

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