Erfurter Weihbischof Hauke würdigt nach Kolumbienreise „Hilfsangebote für Frauen“
Der Erfurter Weihbischof Reinhard Hauke hat über seine Reise nach Kolumbien berichtet, die er mit drei anderen Bischöfen in Verbindung mit dem kirchlichen Hilfswerk Adveniat im April unternahm. „Beeindruckend waren für mich besonders die Hilfsangebote für Frauen, die bisweilen schon mit 5 Jahren prostituiert wurden oder sich später prostituiert haben, um ihre Familien ernähren zu können“, schrieb Hauke auf der Internetseite der Diözese Erfurt am Freitag.
„Sie wurden in Projekte eingeladen, durch sich durch Pediküre und Herstellung von Textilien eine Lebensgrundlage zu schaffen“, erläuterte Hauke. „Viele Frauen sagten: ‚Dann mache ich ein Geschäft auf!‘ Das neue Geschäft bestand vielleicht in einem kleinen Verkaufstisch oder -laden. Es bot ihnen aber die Möglichkeit der finanziellen Unabhängigkeit und Sicherheit und sogar des Schulbesuchs ihrer Kinder.“
„Beindruckend waren für mich Frauen, die in den Sumpfgebieten von Caratgena einen Hausrat bewirtschaften, der lange Zeit ohne Strom und Wasser zu bewältigen war und durch die Hilfe von ADVENIAT nun sogar eine eigene Toilette bekam“, fuhr der Weihbischof fort. „Die Einweihung von Toiletten war für uns Bischöfen wohl eine Besonderheit, denn diese wird nicht einmal im kirchlichen Rituale vorgesehen. Die Freude der Menschen jedoch über diesen neuen Qualitätszuwachs ihrer Wohnungen blieb bei uns nicht ohne Reaktionen, die bei mir auch Tränen auslösten, wenn ich an die Möglichkeiten in unseren eigenen Wohnungen dachte.“
Außerdem schrieb Hauke: „Frauen in der Politik haben mich sehr beeindruckt. Derzeit laufen die Vorbereitungen für die Wahl des Präsidenten in Kolumbien. Kardinal Luis José Rueda Aparicio, Erzbischof von Bogota seit 2020 und Primas von Kolumbien, hat alle Kandidaten eingeladen, um mit ihnen über den Friedensprozess in Kolumbien zu sprechen. Auch Politikerinnen im Parlament sind in die Gespräche eingebunden, um trotz unterschiedlicher Positionen das gemeinsame Anliegen des Friedens in Kolumbien zu befördern.“
Drei Punkte formulierte der Weihbischof als Fazit. So könne erstens die „Kraft der verletzten Frauen“ Veränderungen bewirken, „die zum Segen für ihre Familien werden“. Zweitens könnten die deutschen Hilfswerke „Oasen der Hoffnung bauen“. Und drittens: „Der gemeinsame Glaube an die Gerechtigkeit, die von Gott kommt, kann Ketten der Ungerechtigkeit sprengen, die schwerer wiegen, als die Ketten aus Eisen.“
Neben Hauke nahmen auch die Weihbischöfe Rolf Steinhäuser aus Köln und Jörg Peters aus Trier an Reise teil, ebenso der Essener Diözesanbischof Franz-Josef Overbeck.
