Bayerischer Ministerpräsident hat Bibel für „große Fragen“ auf dem Schreibtisch
Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat erklärt, er habe „die Bibel auf [s]einem Schreibtisch liegen“. Sie sei dort nicht „für das Alltagsgeschäft, aber für große Fragen“, so der Protestant, der seit 2018 politisch an der Spitze des Freistaats Bayern steht.
„In der Corona-Zeit war ich dankbar, dass ich glauben kann“, sagte Söder im Gespräch mit der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Mittwoch. „Wenn man Entscheidungen treffen muss, die einem kein Berater abnehmen kann, braucht man irgendein Licht. Ich bin kein frömmelnder Pietist, aber ich bete. Darin finde ich Kraft – auch im Austausch mit anderen Gläubigen.“
Angesprochen auf politische Positionen, die sich aus einem christlichen Menschenbild ergeben, sagte der Politiker: „Zentral ist für mich der Schutz des Lebens vom Anfang bis zum Ende. Menschen klonen? Das lehne ich klar ab.“
„Und assistierter Suizid ist natürlich eine sehr persönliche, aus meiner Sicht aber auch schwierige Entscheidung“, fügte er ohne eindeutige Ablehnung hinzu. „Ich schätze sehr die menschlich wertvolle Begleitung im Hospiz. Mit Würde zu gehen, mit sich und Gott das Gespräch zu suchen auf diesem Weg – das habe ich auch bei meinen Eltern so erlebt.“
Söder sprach auch über die Päpste, die er persönlich erlebt hat. Von Leo XIV., der seit ungefähr einem Jahr im Amt ist, mache er sich „gerade noch ein Bild“.
„Mit Papst Benedikt XVI. waren wir Bayern natürlich eng verbunden“, betonte der Ministerpräsident. „Und mit seinem Nachfolger hatte ich zwei beeindruckende Begegnungen. Franziskus war sehr charismatisch und auch witzig. Bei meinem letzten Besuch brachte er uns an die Tür, obwohl er schon nicht mehr so gut laufen konnte. Er sagte, er mache das mit seinen Gästen immer so, um zu sehen, dass sie nichts mitnehmen und auch wirklich gehen. Da haben wir zusammen herzlich gelacht.“
