Theologisches Interesse „vorbereitet durch das spirituelle Leben“: Mariologe Manfred Hauke

Theologisches Interesse „vorbereitet durch das spirituelle Leben“: Mariologe Manfred Hauke

Der renommierte Mariologe und Priester Manfred Hauke hat erklärt, sein theologisches Interesse an Maria sei „vorbereitet durch das spirituelle Leben“. Der in Lugano in der Schweiz lehrende Theologe wurde am Dienstag 70 Jahre alt.

In einem Interview mit dem Portal Swiss-Cath.ch erinnerte er sich: „Im Paderborner Priesterseminar gehörte ich zu einer Gruppe von Seminaristen, die sich regelmäßig in der Fatima-Kapelle des Mutterhauses der ‚Schwestern der Christlichen Liebe‘ zum Gebet des Rosenkranzes trafen. In Lourdes wurde ich 1976 (bei einem Einsatz von Seminaristen für bedürftige Pilger) mit der ‚Legion Mariens‘ bekannt, der vom Irländer Frank Duff 1921 gegründeten erfolgreichsten missionarischen Laienbewegung der Gegenwart, die ihr Apostolat eng mit der Lehre des heiligen Ludwig Maria Grignion de Montfort verbindet (dem ‚Goldenen Buch‘ der Marienverehrung).“

„Mein Interesse an der Mariologie ist schon deutlich in meiner Doktorarbeit über das Priestertum der Frau, die der ‚Mutter des guten Rates‘ gewidmet ist (Mater boni consilii)“, erläuterte Hauke. „Als Assistent von Anton Ziegenaus in Augsburg (1987–1993), der damals Vorsitzender der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Mariologie (DAM) war, konnte ich intensiv an der mariologischen Forschung teilnehmen, die mit der Vorbereitung des sechsbändigen Marienlexikons verbunden war, dem größten einschlägigen Forschungsprojekt in der Geschichte der Theologie. Gleichzeitig begann eine regelmäßige Teilnahme an deutschsprachigen und internationalen Tagungen.“

Hauke äußerte sich kritisch zur Theologie im deutschen Sprachraum, die „oft mit einem falsch verstandenen Ökumenismus“ die Bedeutung Mariens ausgeblendet habe.

„Die künftigen Priester und Religionslehrer haben in aller Regel nicht einmal einen Einführungskurs in die Mariologie, trotz eines weithin unbekannten Dokumentes der Bildungskongregation aus dem Jahre 1988“, konstatierte der Theologe. „Die Folge einer falschen Rezeption des Zweiten Vatikanischen Konzils ist ein Abbruch der geistigen Grundlagen des Glaubens, das Maßnehmen an einem fehlgeleiteten Zeitgeist und ein Niedergang des Glaubenslebens mit gigantischen Ausmaßen.“

„Vergessen wird dabei, dass die Menschwerdung des ewigen Sohnes Gottes deshalb geschah, weil eine junge Frau (Maria) dazu ihr Jawort sagte und dadurch zum Urbild und zur Mutter der Kirche wurde“, fuhr er fort. „Marienheiligtümer können diese marianische Prägung des Glaubens fördern, die sich komplementär zum ‚petrinischen Prinzip‘ verhält (Hans Urs von Balthasar) und nicht als Konkurrenz zu Petrus.“

Echte Marienerscheinungen, so Hauke, „fördern den katholischen Glauben und nähren die Hoffnung auf einen Neuaufbruch auch für die verstaubte Glaubenslandschaft Europas. Die Entdeckung der Wundertaten Gottes, die durch Vermittlung Mariens geschehen, führt zu einer tiefen Dankbarkeit und zur Bereitschaft, den kostbaren Schatz des Evangeliums mit der ganzen Welt zu teilen.“

An der Theologischen Fakultät Lugano ende bald seine Laufbahn als „ordentlicher Professor“, sagte der Theologe mit Blick auf seine Zukunftspläne. „Da die Professur aber erst demnächst ausgeschrieben wird und mein Nachfolger voraussichtlich erst im September 2027 seinen Dienst antreten wird, helfe ich in der Zeit des Übergangs.“

Er werde sich darauf konzentrieren, ein neu gegründetes Institut für Mariologie in Lugano zu leiten, aber auch „auf die Betreuung der zahlreichen Studentenarbeiten, die mir nach wie vor anvertraut sind (Bachelor, Master, Lizentiat, Doktorat, Habilitation)“.

„Engagiert bin ich auch bei vier wissenschaftlichen Zeitschriften und halte Ausschau nach jüngeren Kräften, die mich hier entlasten oder ersetzen können“, so Hauke. „Je nach meinen gesundheitlichen Möglichkeiten bin ich bereit, mich nach wie vor einzubringen, brauche aber natürlich mit zunehmendem Alter mehr Ruhe und mehr Unterstützung durch andere.“

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