Ägypten verurteilt koptischen Mann zu fünf Jahren Haft wegen christlichem YouTube-Video

Ägypten verurteilt koptischen Mann zu fünf Jahren Haft wegen christlichem YouTube-Video

Die ägyptischen Behörden haben den koptischen Christen Augustinos Samaan zu fünf Jahren Haft mit Zwangsarbeit verurteilt. Grundlage des Urteils waren auf einem YouTube-Kanal mit über 100.000 Abonnenten veröffentlichte Videos, in denen er den christlichen Glauben lehrte und verteidigte.

„Die Strafverfolgung von Augustinos‘ friedlicher Meinungsäußerung ist ein klarer Verstoß gegen die Religionsfreiheit“, sagte Kelsey Zorzi, die Direktorin für globale Religionsfreiheit bei der Menschenrechtsorganisation ADF International. „Glaubensinhalte im Internet zu teilen sollte niemals zu einer strafrechtlichen Sanktion führen. Jeder Mensch hat das grundlegende Recht, seinen Glauben friedlich auszudrücken. Wir hoffen, dass Ägypten diese ungeheuerliche Verurteilung rückgängig macht und Augustinos freilässt.“

Samaan war im Oktober 2025 verhaftet worden. Angeklagt wurde er nach Artikel 98(f) des ägyptischen Strafgesetzbuches, einer Blasphemievorschrift des Staates. Als Tatbestände nannte die Staatsanwaltschaft „Missbrauch sozialer Medien“ und „Religionsverachtung“. Nach Angaben von ADF International kriminalisieren beide Anklagepunkte Äußerungen, die als islamkritisch eingestuft werden.

Bereits von Beginn an sei das Verfahren von schwerwiegenden Unregelmäßigkeiten geprägt gewesen. So wurde am 27. Dezember 2025 verhandelt, ohne dass die Verteidigung benachrichtigt worden war. Das Urteil erging am 3. Januar 2026 und wurde sofort vollstreckt. Seinen Anwälten wurde offenbar kein Zugang zur Verfahrensakte gewährt.

Ein ägyptisches Berufungsgericht bestätigte das Urteil am 23. Februar und erlegte der Verteidigung zusätzlich alle Verfahrenskosten auf. Anwalt Saeed Fayez zeigte sich dennoch entschlossen: „Die Aufrechterhaltung des Urteils hindert uns nicht daran, alle rechtlich garantierten Mittel auszuschöpfen.“ Am 24. April reichte Samaan mit Unterstützung von ADF International eine weitere Berufung ein.

Sein Fall ist kein Einzelfall. Seit August 2025 wurden in Ägypten dutzende Menschen aufgrund religiöser Online-Inhalte verhaftet, darunter Konvertiten, junge Nutzer sozialer Medien sowie Personen, die ihren Glauben öffentlich ausgedrückt haben.

Zorzi, die Direktorin für globale Religionsfreiheit bei ADF International, mahnte: „Die ägyptische Regierung überwacht die Online-Aktivitäten von Christen und anderen religiösen Minderheiten in zunehmendem Maße. Immer mehr Menschen werden allein dafür inhaftiert, dass sie ihren Glauben in sozialen Medien äußern. Wir fordern die Regierung auf, umzusteuern und ihre Verpflichtungen zum Schutz der Religions- und Meinungsfreiheit einzuhalten.“

Christen stellen nach Schätzungen rund zehn bis 15 Prozent der ägyptischen Bevölkerung. Die ägyptische Verfassung garantiert eigentlich Religionsfreiheit, aber für viele Christen scheint dies nicht zu gelten.

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