Erzbischof von Moskau tritt mit nur 65 Jahren wohl aus gesundheitlichen Gründen zurück
Paolo Pezzi FSCB, der Erzbischof von Moskau, ist am Samstag offenbar aus gesundheitlichen Gründen mit nur 65 Jahren von seinem Amt zurückgetreten. Er war seit 2007 für das Erzbistum Mutter Gottes von Moskau zuständig.
Der aus Deutschland stammende Bischof von Saratow in Südrussland, Clemens Pickel, schrieb auf seinem Blog unter dem Titel „Schreck in der Mittagsstunde“: „Da der Erzbischof die Altersgrenze von 75 Jahren noch nicht erreicht hat, er ist Jahrgang 1960, kommt als Grund nur Kanon 401 § 2 des Kirchenrechts in Frage: ‚Ein Diözesanbischof, der wegen seiner angegriffenen Gesundheit oder aus einem anderen schwerwiegenden Grund nicht mehr recht in der Lage ist, seine Amtsgeschäfte wahrzunehmen, ist nachdrücklich gebeten, den Amtsverzicht anzubieten.‘“
Das Erzbistum Moskau zitierte ebenfalls diese Passage des Kirchenrechts sowie einige andere Stellen aus kirchlichen Dokumenten, ohne ausdrücklich zu erklärten, was denn der konkrete Rücktrittsgrund für Pezzi war.
Weihbischof Nikolai Gennadijewitsch Dubinin OFMConv trägt nun als Apostolischer Administrator für das Erzbistum Mutter Gottes von Moskau Verantwortung, bis ein neuer Erzbischof im Amt ist.
Pezzi, geboren im Jahr 1960, stammt aus Italien. Er wurde 1992 für die Priesterbruderschaft der Missionare des heiligen Karl Borromäus zum Priester geweiht, die mit der Bewegung „Comunione e Liberazione“ in Verbindung steht. Bereits ein Jahr später ging er nach Russland, also schon bald nach der Wende.
Damals existierte das Erzbistum Mutter Gottes von Moskau noch gar nicht – es wurde erst 2002 gegründet. Lediglich eine Apostolische Administratur für das Europäische Russland hatte Papst Johannes Paul II. schon 1991 ins Leben gerufen. Der Aufbau einer katholischen Hierarchie nach dem Zusammenbruch des Kommunismus geschah gegen den Widerstand der russisch-orthodoxen Kirche und des russischen Staates.
Pezzi ging 1993 zunächst nach Westsibirien, bevor er 2004 ans Priesterseminar in Sankt Petersburg wechselt, wo er 2006 Regens wurde. Papst Benedikt XIV. ernannte ihn 2007 zum Erzbischof von Moskau. Von 2011 bis 2017 war er gleichzeitig Präsident der russischen Bischofskonferenz.
