Bischof Ackermann: Pfarreifusionen „sind selten Liebesheiraten“, aber „notwendig“

Bischof Ackermann: Pfarreifusionen „sind selten Liebesheiraten“, aber „notwendig“

Dem Trierer Bischof Stephan Ackermann zufolge gilt: „Zusammenschlüsse von Pfarreien sind selten Liebesheiraten.“ Nichtsdestotrotz seien sie „notwendig“.

„Auf mich sind einige Leute zugekommen und haben gesagt: Herr Bischof, ich war vorher gegen die Fusion, aber jetzt sehe ich, dass wir in diese Richtung gehen müssen“, so Ackermann gegenüber katholisch.de am Dienstag.

Der Bischof erläuterte den Prozess im Bistum Trier: „Die ursprüngliche Überlegung der Diözesansynode (2013–2016) war, etwa 50 bis 60 große Pfarreien zu schaffen. Diese Zahl wurde dann von einer Projektgruppe noch einmal reduziert auf 35. Dahinter stand die Idee, bewusst einen großen Schritt zu gehen: weg vom bisherigen Denken in kleineren Einheiten, die sich immer mehr ausweiten, hin zu einem neuen Modell, in dem die Pfarrei vor allem als kirchenrechtliche Größe existiert, das konkrete kirchliche Leben aber vor Ort stattfindet.“

„Gleichzeitig sollte die Leitung stärker kollegial organisiert werden – und das alles in einem sehr engen Zeitrahmen“, führte Ackermann aus. „Diese Kombination aus Größe, Tempo und verändertem Leitungsmodell hat zu massiven Irritationen geführt. Nachdem wir das geklärt hatten – auch im Austausch mit der Kleruskongregation – haben wir den Prozess auf fünf Jahre gestreckt, für die Pfarrei am klassischen Leitungsmodell des Pfarrers festgehalten und kleinere Schritte gewählt. Seitdem ist das Ganze aus meiner Sicht in einer guten Weise angelaufen.“

Angesprochen auf den Erhalt kirchlicher Immobilien sagte er, es gehe zunächst „nicht unbedingt um die Aufgabe von Kirchen, sondern darum, welche Kirchen künftig noch vom Bistum gefördert werden sollen. Die Eigentümer – also die Kirchengemeinden – treffen die Entscheidungen. Diese werden dem Bistum vorgelegt. Nicht zur Kontrolle, sondern um Rückendeckung zu geben, gerade gegen mögliche Kritik. Wir tragen da die Verantwortung gemeinsam.“

Ackermann sagte, er versuche stets „deutlich zu machen: Das ist ein Teil des umfassenden Veränderungsprozesses der Kirche in Deutschland. Man kann nicht immer sagen: ‚Die Fragen von Strukturen und Finanzen sind lästig und halten uns vom Wesentlichen der Kirche ab.‘ Immer geht es um Gestaltungsfragen. Wenn man sie annimmt, entstehen auch neue Möglichkeiten – etwa, Ressourcen gezielt in pastorale Projekte zu investieren.“

Im Bistum Trier leben zwar rund 1,11 Millionen Katholiken. Davon praktizieren jedoch nur rund 52.000 ihrer Glauben durch den sonntäglichen Messbesuch, was 4,7 Prozent entspricht – neben dem Bistum Aachen der zweitschlechteste Wert in ganz Deutschland.

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