Papst Leo: Kirche geht „stets auf ihr endgültiges Ziel zu: die himmlische Heimat“
Bei der Generalaudienz am Mittwochvormittag hat Papst Leo XIV. betont, die Kirche gehe „stets auf ihr endgültiges Ziel zu: die himmlische Heimat“. Der Pontifex beschäftigte sich in seiner Ansprache weiter mit dem Konzilstext Lumen gentium und setzte so seine Katechesenreihe zum Zweiten Vatikanischen Konzil fort.
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Mehr InformationenDiese „eschatologische Dimension“ der Kirche sei „eine wesentliche Dimension, die wir jedoch oft vernachlässigen oder herunterspielen, weil wir uns zu sehr auf das unmittelbar Sichtbare und auf die konkreteren Dynamiken des Lebens der christlichen Gemeinschaft konzentrieren“.
Die Katholiken seien aufgerufen, „die gemeinschaftliche und kosmische Dimension des Heils in Christus zu betrachten und unseren Blick auf diesen endgültigen Horizont zu richten, um alles in dieser Perspektive zu betrachten und zu beurteilen“.
Papst Leo führte aus: „Die Kirche lebt in der Geschichte im Dienst am Kommen des Reiches Gottes in der Welt. Sie verkündet allen und zu allen Zeiten die Worte dieser Verheißung; sie empfängt ein Unterpfand davon in der Feier der Sakramente, besonders der Eucharistie, und verwirklicht und erfährt deren innere Logik in Beziehungen der Liebe und des Dienstes. Darüber hinaus weiß sie sich als Ort und Werkzeug, an dem die Vereinigung mit Christus ‚inniger‘ verwirklicht wird (LG 48), erkennt jedoch zugleich an, dass das Heil durch Gott im Heiligen Geist auch außerhalb ihrer sichtbaren Grenzen geschenkt werden kann.“
Der Pontifex verwies auf die Aussage des Konzilstextes, die Kirche sei „univerales Heilssakrament“, also „Zeichen und Werkzeug jener Fülle des Lebens und des Friedens, die Gott versprochen hat“.
„Das bedeutet, dass sie sich nicht vollkommen mit dem Reich Gottes identifiziert, sondern dessen Keim und Anfang ist, denn die Vollendung wird der Menschheit und dem Kosmos erst am Ende geschenkt werden“, erklärte Leo. „Die Gläubigen in Christus wandeln daher in dieser irdischen Geschichte, die von der Reifung des Guten, aber auch von Ungerechtigkeiten und Leiden geprägt ist, ohne sich Illusionen zu machen oder zu verzweifeln; sie leben ausgerichtet auf die Verheißung, die sie von ‚dem, der alles neu macht‘ empfangen haben.“
„So erfüllt die Kirche ihre Sendung zwischen dem ‚Schon‘ des Beginns des Reiches Gottes in Jesus und dem ‚Noch-Nicht‘ der versprochenen und erwarteten Vollendung“, fasste der Papst zusammen.
Die Kirche sei „aufgerufen, demütig die menschliche Schwäche und Vergänglichkeit ihrer Institutionen anzuerkennen, die, obwohl sie im Dienst des Reiches Gottes stehen, das vergängliche Antlitz dieser Welt tragen. Keine kirchliche Institution darf verabsolutiert werden; vielmehr sind sie, da sie in der Geschichte und in der Zeit leben, zu einer ständigen Umkehr, zur Erneuerung der Formen und zur Reform der Strukturen, zur ständigen Erneuerung der Beziehungen aufgerufen, damit sie ihrer Sendung wirklich gerecht werden können.“
Schließlich erinnerte Papst Leo noch an die Tatsache, „dass alle Christen eine einzige Kirche bilden, dass es eine Gemeinschaft und eine Teilhabe an den geistlichen Gütern gibt, die auf der Vereinigung aller Gläubigen mit Christus beruht, einer geschwisterlichen Sorge zwischen der irdischen und der himmlischen Kirche: jene Gemeinschaft der Heiligen, die besonders in der Liturgie erfahren wird. Indem wir für die Verstorbenen beten und den Spuren jener folgen, die bereits als Jünger Jesu gelebt haben, werden auch wir auf unserem Weg gestärkt und vertiefen die Anbetung Gottes.“
