Papst Leo reist nach Spanien. Wo haben seine Vorgänger im Petrusamt Station gemacht?

Papst Leo reist nach Spanien. Wo haben seine Vorgänger im Petrusamt Station gemacht?

Kurz vor der apostolischen Reise von Papst Leo XIV. nach Spanien blickt ACI Prensa, die Partneragentur von CNA Deutsch, auf die wichtigsten Botschaften zurück, die Johannes Paul II. und Benedikt XVI. den spanischen Gläubigen bei ihren Besuchen im Land hinterlassen haben.

17 Städte im Jahr 1982

Johannes Paul II. war der erste Papst in der Geschichte, der spanischen Boden betrat.

Sein Besuch fand im November 1982 statt, kurz nachdem die Sozialistische Partei bei den Wahlen vom 18. Oktober die absolute Mehrheit errungen hatte und fast ein Jahr nach dem gescheiterten Staatsstreich vom 23. Februar.

Ein Großteil der Schlagzeilen beschrieb diesen Besuch als „mehr als eine Reise“ und als historischen Meilenstein, der das überwiegend katholische Spanien in seinem Glauben bestärkte.

Es war eine umfangreiche und intensive Reise – sie dauerte zehn Tage –, während der er insgesamt 17 Städte besuchte: Madrid, Ávila, Alba de Tormes, Salamanca, Guadalupe, Toledo, Segovia, Sevilla, Granada, Loyola, Javier, Zaragoza, Montserrat, Barcelona, Valencia, Moncada und Santiago de Compostela.

Der polnische Papst brachte Spanien eine Botschaft des Friedens, erinnerte an seine missionarische Identität und seine Verbindungen zu Hispanoamerika, insbesondere während seiner Ansprache im Heiligtum Unserer Lieben Frau von Guadalupe in Cáceres. Er betonte auch die Bedeutung der Familie und den Respekt vor dem Leben.

Seine symbolträchtigste Rede hielt er während der europäischen Feierlichkeiten in Santiago de Compostela, mit einem „Schrei voller Liebe“, der an das alte Europa gerichtet war: „Finde wieder zu dir selbst. Sei du selbst. Entdecke deine Ursprünge. Belebe deine Wurzeln. Belebe jene authentischen Werte wieder, die deine Geschichte ruhmreich und deine Präsenz auf den anderen Kontinenten segensreich gemacht haben.“

Diese Worte des damaligen Papstes hallen auch heute noch nach, und seine Botschaft ist nach wie vor aktuell, insbesondere in einem Kontext, der von der tiefen Wertekrise geprägt ist, die Europa derzeit durchlebt.

Die Spanier erinnern sich auch mit besonderer Zuneigung an die Worte des Papstes, bevor er das Flugzeug zurück nach Rom bestieg: „Auf Wiedersehen, Spanien; auf Wiedersehen, Land Mariens!“

Zaragoza 1984

Zwei Jahre später, im Jahr 1984, machte Johannes Paul II. in Zaragoza Halt, bevor er seine Reise in die Dominikanische Republik fortsetzte.

In der Hauptstadt Aragoniens verbrachte er insgesamt zwei Tage, in denen er das Heiligtum Nuestra Señora del Pilar, der Patronin Spaniens, besuchen konnte. Von der Esplanade „Avenida de los Pirineos“ aus lobte der Papst das Beispiel der spanischen Missionare, die ihr Leben in den Dienst des Evangeliums gestellt hatten.

In Erinnerung an seinen ersten Besuch in Madrid bekräftigte der Papst seinen Dank an diese Missionare: „Danke, Spanien; danke, Kirche Spaniens, für deine Treue zum Evangelium und zur Braut Christi!“

Santiago de Compostela und Asturien 1989

Sein dritter Besuch in Spanien fand 1989 statt, um am Weltjugendtag teilzunehmen, der in Santiago de Compostela unter dem Motto „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“ begangen wurde.

In seiner Ansprache an die auf dem „Monte del Gozo“ versammelte Menge erklärte der Papst, dass der Sinn des Lebens in der authentischen Liebe liege, die Hingabe, Opferbereitschaft und Selbsthingabe an die anderen bedeute.

Er betete auch am Grab des Apostels Jakobus und besuchte Oviedo, die Hauptstadt Asturiens, wobei er einen bewegenden Besuch bei der „Santina“ im Heiligtum von Covadonga abstattete.

Von diesem Ort in den asturischen Bergen aus bezeichnete der Papst die Jungfrau von Covadonga als den „Stern der Evangelisierung“ und als „einen der Grundsteine Europas, dessen christliche Wurzeln tief in seiner Geschichte und Kultur verankert sind“.

Johannes Paul II. legte „zu Füßen der Santina von Covadonga das Projekt eines Europas ohne Grenzen nieder, das nicht auf die christlichen Wurzeln verzichtet, aus denen es hervorgegangen ist. Auf dass es nicht auf den authentischen Humanismus des Evangeliums Christi verzichtet!“

Sevilla, Huelva und Madrid im Jahr 1993

Bei seinem vierten Besuch im Juni 1993 unternahm der Papst hingegen eine Reise durch Südspanien, wobei er mehrere Städte Andalusiens besuchte und Madrid als letzte Station ansteuerte.

Diese Reise unternahm er vor allem zum Abschluss des 45. Internationalen Eucharistischen Kongresses, der in Sevilla unter dem Motto „Christus, Licht der Völker“ stattfand. Anlässlich des 500. Jahrestags der Evangelisierung Amerikas besuchte er auch die „Lugares Colombinos“.

Seine wichtigste Botschaft betraf die Herausforderung der Neuevangelisierung, wobei er insbesondere an die Verantwortung der Jugend appellierte, ebenso wie an die Verteidigung der klassischen Familie angesichts kultureller Veränderungen und erneut an die Notwendigkeit, die christlichen Wurzeln Spaniens und Europas zu bewahren.

Die letzte andalusische Ortschaft, die er vor seinem Besuch in der spanischen Hauptstadt besuchte, war das Dorf El Rocío in Huelva. Von diesem Besuch sind den Andalusiern noch immer seine Worte in Erinnerung geblieben, die er vom Balkon des Heiligtums Nuestra Señora del Rocío sprach: „Möge jeder ein Rociero sein!“

In Madrid weihte er die Kathedrale La Almudena und sprach den katalanischen Priester Enrique de Ossó auf der Plaza de Colón vor mehr als einer Million Gläubigen heilig.

Madrid im Jahr 2003

Der letzte Besuch von Johannes Paul II. in Spanien dauerte nur zwei Tage, vom 3. bis zum 4. Mai 2003, als er 83 Jahre alt und bei schwacher Gesundheit war. Der Zweck dieser apostolischen Reise war es, die Heiligsprechungsmesse für fünf spanische Heilige zu leiten: den Märtyrer Pedro Poveda Castroverde, José María Rubio, Ángela de la Cruz, Genoveva Torres Morales und Maravillas de Jesús.

Im Lichte des Zeugnisses dieser Heiligen bat Johannes Paul II., dass in Spanien „weiterhin neue Heilige heranwachsen“ mögen, was nur möglich sei, „wenn die kirchlichen Gemeinschaften ihre Treue zum Evangelium bewahren“.

Das Treffen auf dem Luftwaffenstützpunkt Cuatro Vientos hinterließ bei den spanischen Jugendlichen einen tiefen Eindruck. Der damalige Papst erinnerte an seine Botschaft während seines ersten Besuchs im Land und ermutigte erneut dazu, ein „Europa zu bauen, das seinen christlichen Wurzeln treu bleibt“, wobei er dazu aufrief, den Blick auf das Beispiel Mariens zu richten, um „den Mangel an Innerlichkeit“ und das „Fehlen von Kontemplation“ zu vermeiden.

Er forderte zudem dazu auf, die Herausforderung der Neuevangelisierung anzunehmen und keine Angst davor zu haben, von Christus zu sprechen. Mit großem Elan ermutigte er die Jugendlichen, Feindseligkeiten mit der Kraft der Vergebung zu überwinden und sich „niemals vom Bösen entmutigen zu lassen“.

Valencia 2006

Papst Benedikt XVI. unternahm drei Apostolische Reisen nach Spanien. Die erste führte ihn im Juli 2006 in die Stadt Valencia, um das Weltfamilientreffen zu eröffnen, das unter dem Motto „Die Weitergabe des Glaubens in der Familie“ stand.

In seiner Predigt hob der Papst die Bedeutung der Familie als Grundlage für die Weitergabe des Glaubens hervor und forderte dazu auf, „die wunderbare Realität der unauflöslichen Ehe zwischen Mann und Frau, die zudem der Ursprung der Familie ist“, zu achten und zu fördern.

Santiago de Compostela und Barcelona im Jahr 2010

Im November 2010 kehrte Benedikt XVI. nach Spanien zurück. Auf den Spuren von Johannes Paul II. besuchte er anlässlich des Heiligen Jahres von Compostela die Stadt Santiago de Compostela sowie Barcelona, wo er die Kirche Sagrada Familia weihte.

Auf dieser Reise richtete der Papst seinen Blick auf Europa. Wie sein Vorgänger bat er darum, dass „Gott wieder freudig unter dem Himmel Europas widerhallen möge“: „Europa muss sich Gott öffnen, ihm ohne Furcht entgegengehen und mit seiner Gnade für jene Würde des Menschen wirken, die die besten Traditionen entdeckt hatten.“

Bei seinem Besuch in Barcelona betonte er, dass Christen den Angriffen auf das menschliche Leben widerstehen und die Institution der Familie fördern müssen.

Madrid 2011

Im August 2011 reiste Benedikt XVI. nach Madrid, um am Weltjugendtag teilzunehmen, zu dem sich mehr als eine Million junger Menschen versammelt hatten. Die Botschaften des Heiligen Vaters drehten sich um das Motto des Treffens: „In Christus verwurzelt und auf ihn gegründet, fest im Glauben.“

Der Höhepunkt dieser apostolischen Reise war die Gebetsvigil mit den Jugendlichen auf der Esplanade von Cuatro Vientos. Inmitten eines heftigen Gewitters ermutigte der Papst die Jugendlichen, fest im Glauben zu bleiben und in Schwierigkeiten standhaft zu sein. „Eure Kraft ist größer als der Regen“, sprach er ihnen Mut zu.

„Wenn ihr in der Liebe Christi bleibt, verwurzelt im Glauben, werdet ihr selbst inmitten von Widrigkeiten und Leiden die Quelle der Freude und des Glücks finden. Der Glaube steht nicht im Widerspruch zu euren höchsten Idealen, im Gegenteil, er veredelt und vervollkommnet sie. Liebe junge Menschen, gebt euch nicht mit weniger als der Wahrheit und der Liebe zufrieden, gebt euch nicht mit weniger als Christus zufrieden“, sagte der Papst zu den Jugendlichen.

Übersetzt und redigiert aus dem Original von ACI Prensa, der spanischsprachigen Partneragentur von CNA Deutsch.

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