Papst Leo erinnert bei Generalaudienz an Attentat auf Johannes Paul II. vor 45 Jahren
Papst Leo XIV. hat bei der Generalaudienz am Mittwochvormittag an das Attentat auf Papst Johannes Paul II. vor genau 45 Jahren erinnert und am Gedenkstein innegehalten. Der Täter hatte damals versucht, den Pontifex auf dem Petersplatz zu erschießen. Johannes Paul überlebte, musste aber mehrere Wochen im Krankenhaus verbringen. Schließlich vergab er dem Täter. Die Hintergründe des Attentats wurden nie ganz geklärt.
„Heute, am 13. Mai, begehen wir das Gedenken an die selige Jungfrau Maria von Fatima“, begann Leo seine Ansprache. „An diesem Tag vor 45 Jahren wurde der heilige Johannes Paul II. hier auf dem Petersplatz während der Generalaudienz Opfer eines Attentats, das dank des Schutzes der Muttergottes keinen tödlichen Ausgang nahm, wie er selbst mehrfach bekräftigte. Deshalb möchte ich die heutige Katechese zum Thema ‚Die Jungfrau Maria, Vorbild der Kirche‘ meinem heiligen Vorgänger widmen, dessen Motto ‚Totus tuus‘ lautete.“
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Mehr InformationenDas Zweite Vatikanische Konzil lade ein, „zu verstehen, wie wir in Maria, die unter dem Wirken des Heiligen Geistes den fleischgewordenen Sohn Gottes empfangen und geboren hat, sowohl das Vorbild als auch das herausragende Glied und die Mutter der gesamten kirchlichen Gemeinschaft erkennen können“.
Papst Leo erläuterte: „Indem sie sich vom Wirken der Gnade formen ließ, das in ihr seine Erfüllung fand, und indem sie das Geschenk des Allerhöchsten mit ihrem Glauben und ihrer jungfräulichen Liebe aufnahm, ist Maria das vollkommene Vorbild dessen, wozu die ganze Kirche berufen ist: ein Geschöpf des Wortes des Herrn und Mutter der Kinder Gottes, gezeugt in Fügsamkeit gegenüber dem Wirken des Heiligen Geistes.“
„Da sie zudem die Gläubige par excellence ist, in der uns die vollkommene Form bedingungsloser Offenheit für das göttliche Geheimnis innerhalb der Gemeinschaft des heiligen Volkes Gottes angeboten wird, ist Maria ein hervorragendes Glied der kirchlichen Gemeinschaft“, fügte er hinzu. „Schließlich ist Maria, insofern sie Kinder im Sohn hervorbringt, geliebt in dem ewigen Geliebten, der unter uns gekommen ist, die Mutter der ganzen Kirche, die sich mit kindlichem Vertrauen an sie wenden kann, in der Gewissheit, gehört, beschützt und geliebt zu werden.“
„Das Geheimnis der Kirche spiegelt sich auch in der Jungfrau Maria wider“, sagte der Pontifex. „In ihr findet das Volk Gottes das Abbild seines Ursprungs, sein Vorbild und seine Heimat. In der Mutter des Herrn betrachtet die Kirche ihr eigenes Geheimnis, nicht nur, weil sie in ihr das Vorbild jungfräulichen Glaubens, mütterlicher Liebe und des ehelichen Bundes findet, zu dem sie berufen ist, sondern auch und vor allem, weil sie in ihr ihr eigenes Urbild erkennt, die ideale Gestalt dessen, wozu sie berufen ist.“
„Wie wir sehen, lehren uns die in Lumen gentium versammelten Betrachtungen über die jungfräuliche Mutter, die Kirche zu lieben und in ihr der Verwirklichung des Reiches Gottes zu dienen, das kommt und das in Herrlichkeit vollendet sein wird“, so der Papst unter Verweis auf den Konzilstext über die Kirche, der bereits in den vergangenen Generalaudienzen sein Thema war.
Die Gläubigen lud Leo am Ende ein, sich zu fragen: „Lebe ich meine Zugehörigkeit zur Kirche mit demütigem und aktivem Glauben? Erkenne ich in ihr die Gemeinschaft des Bundes, die Gott mir geschenkt hat, um auf seine unendliche Liebe zu antworten? Fühle ich mich als lebendiger Teil der Kirche, im Gehorsam gegenüber den von Gott gesandten Hirten? Betrachte ich Maria als Vorbild, als herausragendes Mitglied und Mutter der Kirche, und bitte ich sie, mir zu helfen, ein treuer Jünger ihres Sohnes zu sein?“