Fortschritte bei „Bewahrung der Schöpfung“ laut Papst Leo durch Kriege „stark gebremst“
Papst Leo XIV. hat nach dem Gebet des Regina caeli am Sonntag konstatiert, „Fortschritte“ in Sachen „Bewahrung der Schöpfung“ seien zuletzt durch Kriege „stark gebremst“ worden.
„Von heute bis zum kommenden Sonntag findet die Laudato si’-Woche statt, die der Bewahrung der Schöpfung gewidmet ist und von der Enzyklika von Papst Franziskus inspiriert wurde“, so der Pontifex. „In diesem Jubiläumsjahr des heiligen Franz von Assisi gedenken wir seiner Botschaft des Friedens mit Gott, mit den Mitmenschen und mit allen Geschöpfen.“
„Leider wurden die Fortschritte in diesem Bereich in den letzten Jahren aufgrund von Kriegen stark gebremst“, fuhr er fort. „Deshalb ermutige ich die Mitglieder der Bewegung Laudato si’ und alle, die sich für eine ganzheitliche Ökologie einsetzen, ihr Engagement zu erneuern. Die Sorge um den Frieden ist die Sorge für das Leben!“
Zu den bedeutendsten Kriegen der letzten Jahre gehören der Ukraine-Krieg, der durch den russischen Angriff im Jahr 2022 verursacht wurde, außerdem der Krieg im Heiligen Land in Folge des Angriffs der Terrororganisation Hamas auf den Staat Israel im Jahr 2023 und nun auch der Iran-Krieg, der auf einen Angriff der Vereinigten Staaten von Amerika und des Staates Israel auf dieses Land Ende Februar zurückgeht. Gerade der Iran-Krieg hat durch die Auswirkungen in der Region, die für die weltweite Versorgung mit Erdöl kritisch ist, enorme Konsequenzen für die globale Wirtschaft.
Leo sprach auch den Welttag der sozialen Kommunikationsmittel an, der am Sonntag vielerorts begangen wurde, in Deutschland aber erst jeweils am zweiten Sonntag im September.
„In diesem Zeitalter der künstlichen Intelligenz ermutige ich alle, sich dafür einzusetzen, dass Formen der Kommunikation gefördert werden, die stets die Wahrheit über den Menschen achten, an der sich jede technologische Innovation orientieren muss“, sagte der Papst.
Die Antrittsenzyklika von Papst Leo soll dem Vernehmen nach noch in diesem Monat erscheinen und sich mit dem Thema der Künstlichen Intelligenz (KI) auseinandersetzen. Am Wochenende wurde bekannt, dass der Pontifex die Einrichtung einer interdikasteriellen Kommission genehmigt hat, die sich mit dieser Thematik beschäftigen soll.
In seiner Botschaft zum Welttag der sozialen Kommunikationsmittel in diesem Jahr schrieb Leo unter anderem sehr kritisch: „KI-Modelle sind von der Weltanschauung ihrer Entwickler geprägt und können ihrerseits Denkweisen aufzwingen, indem sie die Stereotypen und Vorurteile der Daten, auf die sie zurückgreifen, reproduzieren. Die mangelnde Transparenz bei der Entwicklung von Algorithmen sowie die unzureichende soziale Repräsentativität der Daten führen dazu, dass wir in Netzwerken gefangen bleiben, die unsere Gedanken manipulieren und bestehende soziale Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten aufrechterhalten und vertiefen.“