Feierlichkeiten zum Tag der Märtyrer in Uganda wegen Ebola-Gefahr verlegt
Uganda hat die Feierlichkeiten zum Tag der Märtyrer, die traditionell am 3. Juni am Heiligtum der Märtyrer von Uganda in Namugongo stattfinden, aufgrund des Ebola-Ausbruchs in der benachbarten Demokratischen Republik Kongo verschoben. Von dort aus reisen jährlich Tausende von Pilgern zu einer der weltweit größten katholischen Versammlungen an.
Ugandas Präsident Yoweri Kaguta Museveni sagte, die Entscheidung sei nach Konsultationen mit wichtigen Interessengruppen in dem ostafrikanischen Land gefallen.
„Nach Konsultationen mit der nationalen Task Force zur Bekämpfung der Epidemie und religiösen Führern haben wir beschlossen, den Märtyrertag auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben, der noch bekannt gegeben wird“, so Museveni.
Der ugandische Präsident erklärt, die Entscheidung, die jährliche Feier zu verschieben, sei getroffen worden, „weil Uganda jährlich Tausende von Pilgern aus dem Ostkongo empfängt, wo derzeit ein Ebola-Ausbruch herrscht“.
„Um das Leben aller zu schützen, ist es unerlässlich, dass diese wichtige Veranstaltung verschoben wird“, fügt er hinzu.
Der ugandische Präsident, der am 12. Mai für seine siebte Amtszeit in Folge vereidigt wurde, drückte den Pilgern, die sich bereits auf den Weg zum Heiligtum der Märtyrer von Uganda in Namugongo gemacht hatten, sein Bedauern aus und erklärte, der Schutz des Lebens müsse an erster Stelle stehen.
„Ich appelliere an alle, die ihre Reise bereits angetreten haben, nach Hause zurückzukehren, die Vorsichtsmaßnahmen weiterhin einzuhalten, kranke Personen zu melden und Erkrankte dazu zu ermutigen, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen“, erklärte Museveni.
Die Demokratische Republik Kongo ist mit einem neuen Ebola-Ausbruch konfrontiert, der mit dem seltenen Virusstamm „Bundibugyo“ in Verbindung steht.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte den Ausbruch am 15. Mai offiziell ausgerufen, nachdem in der Provinz Ituri mehrere Todesfälle gemeldet worden waren. Laut Gesundheitsbehörden laufen derzeit Untersuchungen und die Kontaktverfolgung. Es gibt derzeit keinen zugelassenen Impfstoff, der speziell für den Bundibugyo-Stamm genehmigt ist.
Am 16. Mai erklärte die WHO den Ausbruch zu einer gesundheitlichen Notlage von internationaler Tragweite (PHEIC) und verwies dabei auf Risiken im Zusammenhang mit grenzüberschreitenden Bewegungen, verspäteter Fallerkennung, schwachen Gesundheitssystemen und Unsicherheit im Osten des Kongo.
Der Ausbruch hat die Befürchtungen einer grenzüberschreitenden Übertragung verstärkt, da der Osten der Demokratischen Republik Kongo wichtige Verkehrskorridore mit Uganda und dem Südsudan teilt.
Die Vorbereitungen für die jährliche Pilgerreise hatten bereits begonnen. Einem Bericht vom 15. Mai zufolge war Bischof Francis Kibira von der Diözese Kasese in Uganda offiziell vom Kabuyiri-Heiligtum aufgebrochen, um die aus der Demokratischen Republik Kongo ankommenden Fußpilger in Empfang zu nehmen.
Ein weiterer Bericht vom 16. Mai wies darauf hin, dass Pilger aus den kenianischen katholischen Diözesen Eldoret, Kapsabet, Kericho und Nakuru ebenfalls ihre Reise nach Uganda angetreten hatten.
Der Heiligtum in Namugongo steht an der Stelle, an welcher der heilige Karl Lwanga und seine Gefährten, von denen viele Pagen am Königshof waren, auf Befehl von Kabaka (König) Mwanga II. des Königreichs Buganda hingerichtet wurden.
Der Tag der ugandischen Märtyrer gedenkt 45 christlichen Konvertiten im Alter zwischen 14 und 50 Jahren, die zwischen 1885 und 1887 in den frühen Jahren des Christentums in Uganda wegen ihres Glaubens getötet wurden.
Unter ihnen befanden sich 22 Katholiken, die 1920 seliggesprochen und 1964 heiliggesprochen wurden. Ihr Zeugnis prägt bis heute das katholische Leben in Uganda und ist weltweit zu einem bedeutenden Symbol der katholischen Identität und des missionarischen Glaubens geworden.
Übersetzt und redigiert aus dem Original von ACI Africa, der für Afrika zuständigen englischsprachigen Partneragentur von CNA Deutsch.
