„Uns Jesuiten fehlt die Kraft“: Niederlassung im Schweizer Bad Schönbrunn wird aufgehoben

„Uns Jesuiten fehlt die Kraft“: Niederlassung im Schweizer Bad Schönbrunn wird aufgehoben

Zu Pfingsten geben die Jesuiten ihre Niederlassung im Schweizer Bad Schönbrunn endgültig auf. Das sogenannte Lassalle-Haus diente in den letzten Jahren als Zentrum für Spiritualität und interreligiösen Dialog, mit einer besonderen Betonung des Zen-Buddhismus.

Im Jahr 2025 hatte man bereits das Ende des Lassalle-Hauses angekündigt. Das Portal kath.ch berichtete: „Der Betrieb des Hauses stehe ‚vor grossen Herausforderungen‘, wurde in einer Medienmitteilung verlautbart. ‚Gründe dafür sind Schwankungen und Rückgänge in der Nachfrage, aber auch gestiegene Kosten für Löhne, Management und Dienstleistungen. Sie haben zu wiederholten Defiziten geführt. Alle Bemühungen um eine Trendwende in den vergangenen Jahren führten nicht zum erhofften Ergebnis.‘“

„Das denkmalgeschützte Haus soll nun verkauft werden“, so kath.ch weiter. „Über allfällige Kaufinteressenten ist nichts bekannt. Auf Anfrage teilt der Jesuitenorden aber mit, dass der Verkauf ‚mit Respekt vor der spirituellen Tradition des Hauses‘ abgewickelt werden soll. ‚In keinem Fall darf Bad Schönbrunn zum Spekulationsobjekt werden; daher verkaufen wir nur an Institutionen, denen wir zutrauen, das Haus kompetent langfristig gut zu nutzen.‘“

Das Lassalle-Haus ist ein modernistischer Bau, der 1970 fertiggestellt wurde. Verantwortlich war damals der Jesuit Josef Stierli, in Zusammenarbeit mit dem Architekten André M. Studer.

Der Jesuit Niklaus Brantschen, der das bisherige Bildungshaus 1993 ins Lassalle-Haus umwandelte, benannt nach dem Jesuiten Hugo Makibi Enomiya-Lassalle, der selbst Zen-Meister war, sagte laut kath.ch: „Uns Jesuiten fehlt die Kraft. Wir nehmen Abschied. Schmerzlich erfahre ich dabei, wie wahr der Satz ist: Alte Bäume verpflanzt man nicht.“

Zuletzt waren nur noch drei Jesuiten in Bad Schönbrunn. Niklaus Brantschen SJ geht nun nach Zürich, Toni Kurmann SJ nach Genf und Bruno Brantschen SJ nach Basel.

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