Vatikan stellt Prozess für die nächsten Jahre der Weltsynode zur Synodalität vor
Das Generalsekretariat der Synode hat einen Leitfaden veröffentlicht für den „Weg der Umsetzung der Synode zur Synodalität“ bis zur kirchlichen Versammlung im Oktober 2028 im Vatikan in Anwesenheit des Papstes.
Es handelt sich um ein neues Dokument, das auf den Brief folgt, den der Vatikan im März letzten Jahres an alle Bischöfe und Eparchen sowie an die Patriarchen und Großerzbischöfe der katholischen Ostkirchen gerichtet hatte, um den Begleitprozess in der Umsetzungsphase der Weltsynode festzulegen, die 2024 nach dreijähriger Arbeit abgeschlossen wurde.
Der am Mittwoch veröffentlichte Text legt einen vierstufigen Prozess und eine gemeinsame Methode für die Ortskirchen, die Bischofskonferenzen und die kontinentalen Instanzen fest.
Das Dokument legt den Zeitplan, die Methodik und die Kriterien fest, nach denen die Kirchen weltweit aufgefordert sind, die Früchte des Weges zu teilen, der im Anschluss an das Schlussdokument der Weltsynode eingeschlagen wurde.
Der synodale Prozess soll sich in vier aufeinanderfolgenden Phasen entfalten: Erinnern (erstes Halbjahr 2027), Auslegen (zweites Halbjahr 2027), Orientieren (erstes Quartal 2028) und Feiern (Oktober 2028).
Jede Etappe wird mit einer Versammlung und der Ausarbeitung von Dokumenten abgeschlossen, welche die kirchliche Entscheidungsfindung bis zur Abschlussversammlung beeinflussen.
Wie im Text erläutert, wird die Einheit des gesamten Prozesses durch eine gemeinsame Frage gewahrt, welche die Arbeit auf allen Ebenen leiten soll: „Im Lichte des seit dem Abschluss der Synode 2021–2024 zurückgelegten Weges und mit dem Ziel, deren Früchte als Geschenk den anderen Kirchen und dem Heiligen Vater darzubringen: Welches konkrete Gesicht einer synodalen, missionarischen Kirche und welche neuen Wege der Synodalität zeichnen sich in Ihrer Gemeinschaft ab?“
Das Dokument – ursprünglich auf Italienisch verfasst und 18 Seiten lang – betont, dass es nicht darum geht, die synodale Konsultation zu wiederholen oder den Gemeinschaften neue Belastungen aufzuerlegen, sondern „aus der gemachten Erfahrung zu lernen, die Früchte und Schwierigkeiten anzuerkennen, die Prioritäten und Prozesse im Lichte einer sorgfältigen Unterscheidung neu auszurichten und die Mitverantwortung zu stärken“.
In diesem Sinne ruft das Sekretariat der Synode vor allem die Ortskirchen, in denen dies noch nicht geschehen ist, dazu auf, „die diözesanen, nationalen und kontinentalen Synodenteams wieder zu aktivieren und zu unterstützen“ und dem Vatikan deren endgültige Zusammensetzung mitzuteilen.
Für die Auswahl der Gruppen gelten zudem verschiedene Kriterien, wie beispielsweise die Einbeziehung von Männern und Frauen verschiedener Generationen und die Berücksichtigung von „Menschen in Situationen der Verletzlichkeit oder Marginalisierung“.
Wichtig ist es laut Synode, „Stimmen zu würdigen, die nicht direkt aus kirchlichen Strukturen stammen, und gegebenenfalls Vertreter anderer Kirchen und christlicher Gemeinschaften einzubeziehen“.
Die Diözesan- und Nationalversammlungen werden zwei ergänzende Texte erarbeiten: ein Dokument zur Neubetrachtung – den narrativen Bericht für die Diözesen und Eparchien, den theologisch-pastoralen Bericht für die Bischofskonferenzen – und einen Brief an die anderen Ortskirchen, der während der Versammlung selbst verfasst wird.
Die kontinentalen Versammlungen werden ihrerseits einen Perspektivbericht erstellen, der als Grundlage für das Arbeitspapier dient, also für das Vorbereitungsdokument, das den Synodalen als Leitfaden für die Treffen im Vatikan im Jahr 2028 dienen soll.
Alle Unterlagen müssen innerhalb bestimmter Fristen an das Generalsekretariat der Synode übermittelt werden: bis zum 30. Juni 2027 für die lokale Phase, bis zum 31. Dezember 2027 für die nationale Phase und bis zum 30. April 2028 für die kontinentale Phase.
Der Generalsekretär der Synode, Kardinal Mario Grech, erklärte, dass der Vorschlag „keine zusätzliche Aufgabe, sondern eine Zeit der gemeinsamen Entscheidungsfindung und der Danksagung“ sei. Er betonte, die Versammlungen seien „weder eine soziologische Befragung noch ein beratender Prozess“, sondern „eine tiefe kirchliche und spirituelle Erfahrung der Entscheidungsfindung“.
Das Dokument betont zudem eine breite und inklusive Zusammensetzung der Versammlungen unter Berücksichtigung der Vielfalt der Berufungen, Generationen, Kulturen und Lebenssituationen sowie die Kontinuität des Prozesses über das Jahr 2028 hinaus.
Das Dokument schlägt das sogenannte Gespräch im Heiligen Geist als Methodik der gemeinschaftlichen Entscheidungsfindung vor, die in die Praxis umgesetzt werden soll.
Diese Leitlinien sind Teil der Umsetzungsphase der Synode, die nach der Übergabe des Schlussdokuments durch Papst Franziskus im Jahr 2024 begann und von Papst Leo XIV. bestätigt und gefördert wurde, mit dem Ziel, dass sich die Synodalität zunehmend in einem gewöhnlichen Stil des kirchlichen Lebens im Dienst der Mission niederschlägt. Bis heute liegt keine offizielle Definition des Begriffs Synodalität vor.
Übersetzt und redigiert aus dem Original von ACI Prensa, der spanischsprachigen Partneragentur von CNA Deutsch.