Bischof Meier bittet um Gebet für Kirche in China, kritisiert staatliche Restriktionen
Bischof Bertram Meier, der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), hat zum Gebet für die Kirche in China aufgerufen und gleichzeitig die schärfer werdenden staatlichen Restriktionen kritisiert. Hintergrund ist der Weltgebetstag für die Kirche in China am 24. Mai.
„Immer stärker begrenzen staatliche Restriktionen und Regulierungen den Handlungsspielraum für Christen und andere Religionsgemeinschaften in China“, erklärte Meier. „Als praktizierender Christ läuft man nicht selten Gefahr, auch ungewollt gegen den dichtmaschigen Katalog von Vorschriften zu verstoßen.“
Dass die Christen in China „dennoch immer wieder Wege finden, ihren Glauben zu leben, ist bewundernswert und zeugt von großer Beharrlichkeit und innerer Stärke“.
Neben den Einschränkungen des Christentums spielt in China auch die Chinesische Katholisch-Patriotische Vereinigung (KPV) eine wichtige Rolle im Umgang der kommunistischen Regierung mit der Kirche. Während sich die Kirche jahrzehntelang im Untergrund bewegte, galt die KPV als offiziell vom Staat anerkannt – nicht aber von Rom. Durch ein weiterhin geheimes Abkommen zwischen China und dem Vatikan hatte Papst Franziskus versucht, die Spannungen zu mildern. Zu den schärfsten Kritikern dieses Abkommens zählt Joseph Kardinal Zen Ze-kiun SDB, der emeritierte Bischof von Hongkong.
Der Bischof von Augsburg verwies auf die „bürokratischen Detailregelungen“ in China, die „zu einem immer engeren Korsett für das religiöse Leben“ führten: „Selbst digitale Räume unterliegen strenger Kontrolle. Gerade dort, wo junge Menschen heute viel Zeit verbringen, wird die Weitergabe von Glaubensinhalten massiv eingeschränkt.“
Meier sprach ferner die „Ausreiserestriktionen“ für Geistliche an, womit „die Begegnung und der Dialog mit Ortskirchen in Europa, die für die Christen in China von großer Bedeutung sind, erheblich erschwert“ würden.
„Gerade der internationale Austausch aber stärkt die kirchliche Gemeinschaft, er eröffnet neue Perspektiven und gibt den Gläubigen Rückhalt“, fuhr er fort. „Wenn diese Möglichkeiten noch mehr als ohnehin eingeschränkt werden, trifft das die Kirche als weltumspannende Gemeinschaft.“
An die Katholiken in Deutschland appellierte Meier: „Lassen wir sie mit unserem Gebet und unserer Solidarität wissen, dass sie trotz aller Einschränkungen nicht allein, sondern Teil der weltweiten Gemeinschaft der Kirche sind. Möge die Muttergottes von Sheshan, deren Heiligtum die chinesischen Katholikinnen und Katholiken so sehr verehren, ihnen beistehen und immer wieder Wege aufzeigen, ihren Glauben zu leben und das Evangelium zu verkünden.“
