Papst Leo unterstreicht bei Besuch in Acerra die Bedeutung des Gemeinwohls

Papst Leo unterstreicht bei Besuch in Acerra die Bedeutung des Gemeinwohls

Auf der Piazza Calipari in Acerra hat sich Papst Leo XIV. am Samstagvormittag mit Familien, Jugendlichen, Kindern und der allgemeinen Bevölkerung des „Landes der Feuer“ („Terra dei Fuochi“) getroffen. Nach Angaben der örtlichen Behörden hatten sich 15.000 Menschen auf der Piazza versammelt in der Stadt unweit von Neapel versammelt. Die Region ist wegen der giftigen Brände als „Terra dei Fuochi“ bekannt.

„Ich freue mich, diesen Samstagmorgen unter euch zu verbringen, um erneut eine Region zu besuchen, deren Schönheit keine Ungerechtigkeit auslöschen kann“, sagte der Pontifex. „Im Leben verstehen wir, dass eine Schönheit, je zerbrechlicher sie ist, desto mehr Pflege und Verantwortung erfordert. Das, meine Lieben, ist der Hauptgrund für meine Anwesenheit heute in Acerra: jenen Aufschwung an Würde und Verantwortung zu bekräftigen und zu ermutigen, den jedes ehrliche Herz verspürt, wenn das Leben keimt und sogleich vom Tod bedroht ist.“

„Vor kurzem habe ich im Dom einige Angehörige der Opfer der Umweltverschmutzung getroffen“, erinnerte Leo an seinen ersten Programmpunkt. „Ich wollte den Bischöfen, Priestern, Diakonen, Ordensfrauen, Ordensmännern und Laien danken, die die Botschaft der Enzyklika Laudato si’ und die ständige Aufforderung von Papst Franziskus, eine Kirche zu sein, die hinausgeht, missionarisch und synodal ist, bereitwillig angenommen haben. Gemeinsam gehen, die Selbstbezogenheit überwinden, trotz Widerständen und Drohungen den Mut zur Prophezeiung aufbringen – das ist es, was der Herr von uns verlangt und wozu sein Geist uns inspiriert.“

Eindringlich fuhr er fort: „Das Leben ist da und widersteht dem Tod; die Gerechtigkeit existiert und wird sich durchsetzen. Man muss sich natürlich für das Leben entscheiden und sich von den Fesseln des Todes befreien. In der Resignation, in Kompromissen und im Aufschieben notwendiger und mutiger Entscheidungen liegt immer eine subtile Bequemlichkeit. Fatalismus, Klagen und das Abwälzen der Schuld auf andere sind der Nährboden für Illegalität und führen zur Verödung des Gewissens. Deshalb möchte ich euch allen sagen: Lasst uns alle unsere Verantwortung übernehmen, lasst uns für die Gerechtigkeit entscheiden, lasst uns dem Leben dienen! Das Gemeinwohl steht über den Geschäften einiger weniger, über parteiischen Interessen, seien sie klein oder groß.“

Der Papst erinnerte die Bürger von Acerra an die Notwendigkeit, für die Schöpfung zu sorgen: „An dieser Stelle möchte ich jenen ‚Pionieren‘ danken, die mit ihrem mutigen Engagement als Erste die Missstände dieses Landes angeprangert und die Aufmerksamkeit auf die verschleierte und geleugnete Realität seiner Vergiftung gelenkt haben: Ich denke dabei insbesondere an die Mitglieder der Umweltverbände. Nun wissen wir alle, dass wir über die Gesundheit der Schöpfung wachen müssen, so wie wir über unsere Haustür wachen, und dass wir Versuchungen nach Macht und Bereicherung zurückweisen müssen, die mit Praktiken verbunden sind, die die Erde, das Wasser, die Luft und das Zusammenleben verschmutzen.“

„Den Kurs zu korrigieren, jeden Tag an Gewohnheiten und Vorurteilen zu arbeiten, mit denen wir uns abgefunden haben, über unseren eigenen Tellerrand hinauszuschauen, bedeutet wirklich, einander zu begegnen“, fuhr Leo fort. „Es ist manchmal ein steiler und kaum ausgetretener Weg.“

„Ausgrenzung erzeugt immer Unsicherheit“, mahnte Papst Leo. „Der steile Weg besteht darin, der Ausgrenzung entgegenzuwirken, nicht den Ausgegrenzten; es geht darum, die gesamte Kette zu durchbrechen, nicht nur das letzte Glied zu treffen. Das wisst ihr nur zu gut! Die Probleme dieses Hauses sind unsere Probleme; seine Schönheit ist unsere Schönheit. Wir haben die Aufgabe, wie Wächter in der Nacht zu wachen. Wir können zu denen gehören, die den neuen Morgen anbrechen sehen.“

Übersetzt und redigiert aus dem Original von ACI Stampa, der italienischen Partneragentur von CNA Deutsch.

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