AfD legt „Axt an die Fundamente unseres Zusammenlebens“: Bischof Meier von Osnabrück

AfD legt „Axt an die Fundamente unseres Zusammenlebens“: Bischof Meier von Osnabrück

Nach Ansicht von Bischof Dominicus Meier OSB legt die AfD in Sachsen-Anhalt „die Axt an die Fundamente unseres Zusammenlebens und der Verantwortung aller für das Gelingen unseres Gemeinwohls“. Der Bischof von Osnabrück predigte am Sonntag bei der Männerwallfahrt in Rulle nördlich der Bistumsstadt ausführlich über die AfD und zitierte aus deren Programm zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.

„‚Patriotische Kulturpolitik‘, ‚deutsche Identität‘ werden im weiteren Text konkretisiert: ‚linke‘ oder ‚grüne‘ Bildungsarbeit – dazu zählt die AfD auch die kirchliche – wird finanziell ausgetrocknet“, so Meier. „Weil ‚Kultur‘ ja unter die Länderhoheit fällt, wird eine AfD-Landesregierung in diesen Feldern schnell zuschlagen können. Was dabei ‚deutsch‘ meint, bleibt reichlich unklar; ‚international‘ ist das Schimpfwort.“

Das Programm der AfD, fuhr der Bischof fort, „ist nicht christlich und öffnet auch keine neuen Lebensräume, denn zum Christsein gehören wesentlich Gastfreundschaft, kulturelle Offenheit, internationale Solidarität, Einsatz für Arme und Vertriebene, Bewahrung der Schöpfung. Die AfD rettet nicht, wie sie behauptet, das ‚christliche Abendland‘, sondern sie zerstört es.“

„Wem gebe ich Raum in meinem Leben?“, fragte Meier. „Denen, die laut und herausfordernd nach deutscher Identität rufen, oder den Stimmen, die ihre Identität im Evangelium Jesu Christi und in der Gemeinschaft der Glaubenden suchen?“

Der von der Situation in Sachsen-Anhalt unmittelbar betroffene Magdeburger Bischof Gerhard Feige hatte sich am Freitag ebenfalls und erneut zur AfD geäußert. Dabei hielt er fest: „Wir als Kirchen werden von der AfD als Teil des Establishments bekämpft, wir seien der ‚Queer-Transgender-Regenbogenideologie‘ verfallen, heißt es, wir machten mit dem Staat gemeinsame Sache und müssten abgeschafft werden.“

Die AfD versuche, „christliche Werte zu vereinnahmen und zu instrumentalisieren“, sagte der Bischof, während sie „gleichzeitig uns Kirchen als von Gott abgefallen diffamiert“.

„Die Menschen suchen Halt und folgen deshalb markigen Parolen. Die AfD schafft es, den Bauch anzusprechen, die Instinkte und die Ängste“, sagte Feige, um sich dann davon abzugrenzen: „Wir hingegen versuchen, dem mit rationalen Argumenten beizukommen, aber Hirn und Bauch, das trifft sich dann nicht.“

Der Landtag von Sachsen-Anhalt wird am 6. September gewählt. Den jüngsten Umfragen zufolge würde die AfD über 40 Prozent der Stimmen gewinnen, während die CDU zwischen 24 und 26 Prozent liegt. Grüne, FDP und BSW kämpfen darum, überhaupt die Fünf-Prozent-Hürde zu überspringen und im Landtag vertreten zu sein. Auch die Umfragewerte der SPD bewegen sich im niedrigen einstelligen Bereich. Je nach Wahlergebnis könnte die AfD also auch mit nur wenig mehr als 40 Prozent der Stimmen im Landtag eine absolute Mehrheit haben.

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