Bischof Wilmer verabschiedet sich aus Bistum Hildesheim in Richtung Münster

Bischof Wilmer verabschiedet sich aus Bistum Hildesheim in Richtung Münster

Bischof Heiner Wilmer SCJ hat sich am Samstag im Rahmen einer Messe im Dom aus dem Bistum Hildesheim verabschiedet. Am 21. Juni wird er in das Amt des Bischofs von Münster eingeführt. Papst Leo XIV. hatte ihn Ende März in die neue Position berufen.

Wilmer predigte am Samstag frei. Er ging im Mittelschiff des Doms zum mittelalterlichen Taufbecken, um auf die dort gezeigte Brezel – die sich neben Brot und Fisch auf einem Tisch befindet, an dem Jesus mit seinen Jüngern zu sehen ist – näher einzugehen. Sie sei für ihn zu „einem wunderbaren Wink“ geworden, um „die Dynamik zwischen Himmel und Erde“ zu verstehen, so Wilmer.

Es sei dies „ein Zeichen der Inkulturation“, sagte der Bischof, indem nämlich ein Element aus einer späteren Zeit – die Brezel – hinzugefügt wurde, ohne die ursprüngliche Botschaft zu verändern. Dadurch könne man erkennen, dass es für die Kirche stets darum gehe, ihre Botschaft in der jeweiligen Zeit verständlich zu vermitteln. Auch in der heutigen Zeit treffe das zu.

Wilmer sagte die rund 1000 Teilnehmern an der Messe: „Sie sind Kirche, ganz konkret und lebendig.“ Der Abschied falle ihm nicht leicht, räumte der Bischof ein. Er gehe aber „nicht mit leeren Händen, ich gehe mit vielem, was mir geschenkt wurde“.

Wilmer, geboren am 9. April 1961, besuchte als Schüler das Gymnasium Leoninum in Handrup im Emsland, das von den Herz-Jesu-Priestern getragen wird. Nach dem Abitur trat er 1980 in diese Gemeinschaft ein. Er studierte Theologie in Freiburg und Romanistik in Paris, bevor er 1987 zum Priester geweiht wurde. 1991 schloss er sein Doktorat in Theologie ab.

Als Priester wirkte Wilmer viele Jahre als Lehrer an Schulen seiner Gemeinschaft, auch in den USA. Ab 1998 war er – nicht mehr als Schüler, sondern jetzt als Schulleiter – am Gymnasium Leoninum in Handrup. Schließlich war er von 2007 bis 2015 Provinzial, also Oberer der deutschen Provinz der Herz-Jesu-Priester, und danach Generaloberer der Gemeinschaft.

Seit 2018 war er Bischof von Hildesheim. Bei der Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) wurde er im Februar zum neuen Vorsitzenden gewählt.

Vor seiner Amtseinführung als Bischof von Münster am 21. Juni will Heiner Wilmer SCJ noch fünf Tage lang durch verschiedene Regionen seiner neuen Diözese pilgern. Es gehe ihm hierbei vor allem auch um einen „Austausch über Glaubenserfahrungen“, sagte Wilmer.

An den fünf Pilgertagen beteiligen sich jeweils gesondert eingeladene Gruppen. Zur Messe am Ende der jeweiligen Pilgerfahrt seien alle Gläubigen eingeladen.

Er wolle über Glaubenserfahrungen „gerne mit sehr unterschiedlichen Menschen ins Gespräch kommen“, so der bisherige Bischof von Hildesheim. „Ich bin gespannt, von welchen Erfahrungen die Menschen erzählen werden, und freue mich sehr auf die Begegnungen, den Austausch und die Eucharistiefeiern.“

Wilmer erinnerte: „Schon als bekanntgegeben wurde, dass ich Bischof von Münster werde, habe ich in meiner Ansprache gesagt: ‚Auch wir sind unterwegs. Auch wir suchen. Auch wir fragen: Was trägt? Was bleibt? Was gibt Sinn? Vielleicht ist das der Weg der Kirche heute: aufsuchen, zuhören, verstehen – und dann vorangehen. Nicht alles wissen. Nicht alles erklären können. Aber unterwegs sein. Und darauf vertrauen: Gott begegnet uns – oft unerkannt, oft leise, aber immer wirklich.‘“

„Genau darum geht es auch bei Pilgertagen“, führte er aus. „Zudem bin ich zuversichtlich, dass ich auf diese Art schon vor der offiziellen Amtseinführung ein wenig im Bistum Münster ‚ankommen‘ kann.“

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