Papst Leo spricht zu spanischen Bischöfen über irdische Reise, „deren Ziel Gott ist“
Papst Leo XIV. hat am Montag zu den spanischen Bischöfen über „das Bild einer Reise“ gesprochen, „deren Ziel Gott ist“. Es gelte dabei, „Freiheit und Mut umsichtig“ miteinander zu verbinden, „um Strukturen hinter uns zu lassen, die uns nicht helfen, nicht unseren Zielen entsprechen oder uns sogar davon entfernen, und gleichzeitig die Kraft zu bewahren, das, was uns dabei hilft, wie einen Schatz zu hüten“.
Ausdrücklich erinnerte der Pontifex an dieser Stelle „an das immense christliche Erbe eures Landes […], an die enorme Anziehungskraft, die dieser Reichtum auf uns ausübt: durch seine Schönheit, die selbst Nichtgläubige erreicht, oder durch die Bande der Zugehörigkeit, die er in die geistige Identität dieses geliebten Volkes eingewoben hat und die auch in den Momenten präsent bleiben, in denen der Glaube ins Wanken gerät. Eine gewaltige Herausforderung, gewiss, auf die wir mutig reagieren müssen, damit dieses Erbe die Früchte hervorbringt, zur denen es fähig ist.“
„Ein weiterer Schatz, den wir in unserem Gepäck nicht vergessen dürfen, ist das Viatikum des Pilgers“, fuhr Leo fort. „Das Brot des Wortes und der Eucharistie ist uns noch notwendiger als die körperliche Nahrung, denn es eröffnet uns den Weg zur Erlösung.“
„Das sakramentale Leben bestimmt den Rhythmus unseres Lebens, wie bei einem Kind, das von seiner Mutter genährt wird, oder einem Sportler, der seine Kräfte einteilt, um das Ziel zu erreichen“, ergänzte er.
„Wenn wir zuvor gesagt haben, dass wir alles hinter uns lassen müssen, was uns bremst und trennt, muss nun das Motto lauten, dass unser Erbe stets ein Instrument und eine Gelegenheit für den Dialog mit denen sein soll, denen wir auf unserem Weg begegnen“, leitete der Papst zum nächsten Schritt auf der „Reise“.
Es gelte, „durch respektvollen Dialog und den Einsatz neuer Sprachen etwas Neues aufzubauen, so wie es der berühmte heilige Rechtsgelehrte von Granada, Bruder Hernando de Talavera, tat und später in Amerika der heilige Toribio de Mogrovejo, der vor 300 Jahren heiliggesprochen wurde und den wir heute als vorbildlichen Bischof ‚im Aufbruch‘ in einer Zeit der Mission und der kirchlichen Neuordnung feiern. Auch wenn die Sprachen in diesem digitalen Zeitalter andere sind und sich die Kulturen, die heute mit Migranten aus allen Teilen der Welt das Mosaik unserer Wirklichkeiten bilden, ebenfalls verändert haben, so muss doch der Geist derselbe bleiben.“
Explizit an die Bischöfe gewandt sagte Leo: „Wir sind dazu berufen, sichtbares Zeichen der Gemeinschaft zu sein, in erster Linie der Gemeinschaft mit Christus, indem wir den empfangenen Glauben in Liebe bewahren, im Gehorsam gegenüber dem Wort Gottes und der lebendigen Tradition der Kirche; dann in der Gemeinschaft mit dem Nachfolger Petri und mit der Weltkirche, mit dem Presbyterium und mit der eigenen diözesanen Gemeinschaft, mit den Männern und Frauen gottgeweihten Lebens, mit den Bewegungen, mit den Vereinigungen und mit jedem authentischen Charisma, das der Heilige Geist zur gemeinsamen Auferbauung schenkt.“
„Eure Sendung verlangt von euch, die Einheit zu wahren, den Dialog zu fördern, Brüche zu heilen und den Weg des euch anvertrauten Volkes zu begleiten“, so der Pontifex.
Im Verlauf der Ansprache ging Leo auf „die Schwierigkeit“ in der heutigen Gesellschaft ein, „endgültige Verpflichtungen einzugehen und tiefgreifende Entscheidungen für das Leben zu treffen“. Demgegenüber hielt er fest: „Das menschliche Herz wird nicht durch das Anhäufen von Erfahrungen, Möglichkeiten oder vorübergehenden Sicherheiten erfüllt, sondern dadurch, dass es eine Berufung entdeckt, dass es begreift, dass das Leben nur dann Erfüllung findet, wenn es zu einer Gabe wird.“
„Deshalb darf sich die Berufungspastoral nicht auf ein einfaches Erreichen von Zahlen beschränken“, betonte Leo. „Sie entsteht aus lebendigen Gemeinschaften, aus glücklichen Priestern, aus Familien, die fähig sind, die Schönheit der Treue zu bezeugen, aus einer Kirche, die in aller Einfachheit zu zeigen versteht, dass die Nachfolge Christi das Leben nicht arm macht, sondern bereichert. Wo das Evangelium in Freude, Dienstbereitschaft und Gemeinschaft gelebt wird, kann auch der Ruf des Herrn wieder als Verheißung des Lebens gehört werden.“
An späterer Stelle ging Papst Leo noch auf die Rolle der Laien ein: „Manchmal fällt es uns schwer, die Berufung der Laien und ihre Einbindung in diesen Weg des Lebens, den wir als Kirche beschreiten, darzustellen. Andererseits sehen wir, dass in vielen Bereichen, die traditionell von Ordensleuten getragen wurden, auf Laienmitarbeiter zurückgegriffen wird, um die Arbeit fortsetzen zu können.“
„Es ist eine Schwierigkeit, die wir in eine Chance der Begegnung, des Dialogs und der Kommunikation verwandeln können“, sagte er. „Es hängt von uns ab, dass diese Laien ihre Teilnahme an diesem kirchlichen Dienst als einen Aufruf Gottes wahrnehmen, ihre Verantwortung als Christen wahrzunehmen, den Geist zu verinnerlichen und sich als Teil der Sendung zu fühlen, die der Herr den Ordensleuten anvertraut hatte, die sie bisher erfüllt haben.“
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