Weihbischof Hauke: AfD fehlt theologische Kompetenz für Kirchenkritik
Der Erfurter Weihbischof Reinhard Hauke hat es abgelehnt, sich von der AfD die Aufgaben der Kirche vorschreiben zu lassen. Im Interview mit der katholischen Wochenzeitung „Die Tagespost“ vom Donnerstag zog er dabei einen historischen Vergleich.
„Ich lasse mir nicht von dieser Partei sagen, was die Kirche ist und was sie angeblich zu tun habe. Das haben selbst die Kommunisten nicht versucht. Mal abgesehen davon, dass der AfD für so eine Kritik die theologische Kompetenz fehlt“, betonte Hauke im Gespräch mit der Wochenzeitung.
Hintergrund ist das Wahlprogramm der AfD Sachsen-Anhalt für die Landtagswahl am 6. September. Darin sieht die Partei vor, die historischen Staatsleistungen an die Kirchen zu streichen. Zudem soll die staatliche Einziehung der Kirchensteuer enden. Das Kirchenasyl soll unterbunden und die Förderung der Evangelischen Akademie Wittenberg eingestellt werden.
Die Akademie veröffentlichte im Januar 2024 einen Beitrag unter dem Titel „Danke Antifa“, in dem der Akademiedirektor erklärte: „Ich bin Antifa“ – mit der Begründung, dass Antifaschismus für ihn die Alternative zu Faschismus sei. Der Beitrag stellte die Akademie explizit als Teil einer „Brandmauer“ gegen „Faschismus“ dar.
Hauke verteidigte zudem die Kirchensteuer, welche die AfD im Zusammenhang mit den von ihr so genannten „Kirchensteuerkirchen“ kritisiert. „Die Leute wissen überhaupt nicht, wofür die Kirchensteuer verwendet wird. Alles, was wir auf weltkirchlicher Ebene machen, das wäre ohne Kirchensteuer überhaupt nicht möglich“, sagte er in dem Interview.
Und weiter: „Was übrigens oft vergessen wird: Auch schon zu DDR-Zeiten gab es eine Pflicht der Gläubigen, einen Beitrag zu zahlen. Der wurde aber nicht vom Staat, sondern durch die Kirchen selbst eingezogen. Heute macht das der Staat. […] Die Projekte der Caritas sind mir besonders wichtig. Ohne staatliche Gelder, die dort einfließen, wären viele überhaupt nicht umsetzbar. Ich bin sehr dankbar für dieses System.“
