Kardinal Koch bei „Benedikt XVI. Forum“ in Hamburg: „Die Wahrheit ist nicht immer bequem“

Kardinal Koch bei „Benedikt XVI. Forum“ in Hamburg: „Die Wahrheit ist nicht immer bequem“

Mit einem feierlichen Pontifikalamt hat Kardinal Kurt Koch am Freitagmittag in Hamburg das „Benedikt XVI. Forum“ eröffnet. Im Hamburger Mariendom predigte der Präfekt des Dikasteriums zur Förderung der Einheit der Christen über den Wahrheitsbegriff und warnte davor, den Glauben „ins rein Historische“ einzuordnen und sich vom „Spiegelkabinett der verschiedenen Interpretationen gefangen“ nehmen zu lassen.

Beim „Benedikt XVI. Forum“ sprechen am Freitagnachmittag sowie am Samstag verschiedene Experten zum Thema „Wahrheit als Herausforderung für Kirche und Gesellschaft“. Das katholische Mediennetzwerk EWTN überträgt alle Vorträge der Veranstaltung live im regulären TV-Programm wie auch im Internet-Livestream und über den YouTube-Kanal des Senders.

Kardinal Koch: Aus dem Alltagslärm das Wort Gottes heraushören

In seiner Predigt am Freitagmittag zitierte Kardinal Kurt Koch aus einem Bestseller des britischen Autors C.S. Lewis, der in der deutschen Fassung unter dem Titel „Dienstanweisung für einen Unterteufel“ bekannt wurde. Darin kommt ein Dämon zu Wort, der darauf hinweist, dass viele Menschen sich beim Lesen alter Weisheitsbücher nicht „nach der Wahrheit des Gelesenen“ erkunden, sondern sich stattdessen auf die „Beeinflussungen und Abhängigkeiten“ des Autors fokussieren, wodurch die Suche nach der Wahrheit aus dem Blick gerät. „Wenn aber die Frage, ob und inwieweit das vom Autor wahr ist, unwissenschaftlich oder gar für unmöglich erklärt wird, dann wäre dies das Ende der Wahrheit“, so Kardinal Koch.

Der Schweizer Kurienkardinal unterstrich, dass die Erforschung der jeweiligen Vor- und Wirkungsgeschichte bei Glaubenstexten „wichtig und äußerst verdienstvoll“ sei; jedoch dürfe man den Glauben nicht „ins rein Historische“ einordnen und sich vom „Spiegelkabinett der verschiedenen Interpretationen gefangen“ nehmen lassen. „Diese Gefahr ist in der heutigen Zeit besonders virulent, in der wir von Wörtern geradezu überschwemmt werden“, warnte Koch. „Es will uns nur noch schwer gelingen, in den vielen Wörtern des alltäglichen Lebens das eine Wort herauszuhören, das das Wort Gottes ist.“

Der Kardinal erinnerte in seiner Predigt auch an den deutschen Philosophen Dietrich von Hildebrand (1889–1977), dessen konsequente Verteidigung der Wahrheit sein Engagement gegen den Nationalsozialismus und Antisemitismus befeuerte und ihn schließlich dazu zwang, „wegen seines Kampfes gegen Hitler das Land zu verlassen.“ Koch wörtlich: „Auch wenn uns Christen und Christinnen die Wahrheit des Evangeliums nicht allzeit als bequem erscheint – und in der Tat auch nicht ist – ist es doch nur seine Wahrheit, die frei und froh macht, weil in diesem Wort der Königsbotschaft das Wort des ewigen Lebens ertönt.“ 

„Benedikt XVI. Forum“ noch bis Sonntag in Hamburg 

Das „Benedikt XVI. Forum“ wird vom Verein „Fundatio Christiana Virtus“ organisiert und dauert noch bis Sonntag. Die gemeinsamen Gebetszeiten sind öffentlich, die theologischen Vorträge und Podiumsgespräche werden vom katholischen Mediennetzwerk EWTN live übertragen im regulären TV-Programm wie auch im Internet-Livestream und über den Youtube-Kanal des Senders. 

Neben Kardinal Kurt Koch werden auch Prälat Markus Graulich SDB, Professor Ralph Weimann, Pfarrer Martin Trimpe und Professor Thomas Marschler als Vortragsredner auftreten.

Am Sonntag wird Kardinal Koch um 10 Uhr zum Abschluss der Tagung ein feierliches Pontifikalamt feiern.

Livestream zum Benedikt XVI. Forum in Hamburg (Beginn Freitag, 7. November 2025, 16 Uhr)

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