Birgit Mock, eine von vier Vizepräsidenten des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, hat kurz vor Beginn der nächsten Sitzung des Syndalen Ausschusses am Freitag und Samstag betont, „der Synodale Weg in Deutschland ist kein Sonderweg“.
Sie erlebe „mit derzeit großer Beunruhigung (nicht nur rund um das Thema Segensfeiern) wenige aber starke und strategisch gut aufgestellte Kräfte, die versuchen, Keile zu treiben zwischen Laien und Bischöfe in Deutschland, zwischen die Bischöfe untereinander und zwischen die deutschen Bischöfe und Rom“, schrieb Mock in einem Beitrag für das Portal feinschwarz.net.
Dabei ging sie indes nicht ins Detail. Stattdessen behauptete Mock: „Mit den Signalen, die wir in Rom gehört haben, wird dieser Strategie der Wind aus den Segeln genommen. Ich hoffe, dass sie auch in Deutschland zur Ermutigung für einen synodalen Reformweg beitragen. Denn – der Synodale Weg in Deutschland ist kein Sonderweg. Im Gegenteil: Es gibt sehr viele synodale Wege weltweit.“
„Es braucht keine formale Vereinheitlichung“, zeigte sich die ZdK-Vizepräsidentin überzeugt. „Diese Botschaft ist auch für den Synodalen Weg wichtig. Wenn wir uns in Deutschland auf Reformen verständigen, die wir gemeinsam angehen wollen und Raum für Experimentierräume aufzeigen, die in unterschiedlichen Ausprägungen genutzt werden können, wäre das aus meiner Sicht eine echte Chance.“
Der Synodale Ausschuss, getragen von einer Mehrheit der deutschen Bischöfe sowie dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK), berät am Freitag und Samstag in Fulda über ein „bundesweites synodales Gremium“.
Nachdem sich die zuständigen vatikanischen Stellen in den letzten Jahren wiederholt gegen einen Synodalen Rat als Verstetigung des deutschen Synodalen Wegs mit seinen teils drastischen Änderungsbestrebungen an der katholischen Lehre positioniert hatten, gibt es nun eine Namensänderung. Statt von einem Synodalen Rat ist nun von einer „Synodalkonferenz“ die Rede. Diese Bezeichnung hatte auch Bischof Georg Bätzing, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) und einer der Präsidenten des Synodalen Ausschusses, bei der Herbst-Vollversammlung der Bischöfe im September benutzt.
Inhaltliche Kursänderungen sind derweil nicht abzusehen. Man werde am 21. und 22. November über die Satzung dieses neuen Gremiums sowie über Eckpunkte für eine entsprechende Geschäfts- und Wahlordnung beraten, hieß es in einer Ankündigung.
„Der Ausschuss wird sich auch mit dem zweiten Teil des Monitorings zur Umsetzung der Beschlüsse des Synodalen Weges befassen sowie den Handlungstext ‚Gemeinsam beraten und entscheiden‘ diskutieren“, so die Ankündigung weiter.
Im Februar 2024 hatten Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin sowie die Kardinäle Víctor Manuel Fernández (Glaubens-Dikasterium) und der damalige Kardinal Robert Francis Prevost OSA (Bischofs-Dikasterium), der jetzige Papst Leo XIV., noch ganz grundsätzlich betont, ein Synodaler Ausschuss zur Vorbereitung des Synodalen Rats sei nicht rechtmäßig. Die Kardinäle warnten die Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz vor dem Beschluss, dieses Gremium einzurichten: „Ein solches Organ ist vom geltenden Kirchenrecht nicht vorgesehen und daher wäre ein diesbezüglicher Beschluss der DBK ungültig – mit den entsprechenden rechtlichen Folgen.“
Bei einem Treffen deutscher Bischöfe mit Vertretern der vatikanischen Kurie im März kam es zu einer Aussprache. Im Anschluss hieß es in einer gemeinsamen Pressemitteilung: „Es wurde ein regelmäßiger Austausch zwischen den Vertretern der Deutschen Bischofskonferenz und dem Heiligen Stuhl über die weitere Arbeit des Synodalen Weges und des Synodalen Ausschusses vereinbart. Die deutschen Bischöfe haben zugesagt, dass diese Arbeit dazu dient, konkrete Formen der Synodalität in der Kirche in Deutschland zu entwickeln, die in Übereinstimmung mit der Ekklesiologie des Zweiten Vatikanischen Konzils, den Vorgaben des Kirchenrechts und den Ergebnissen der Weltsynode stehen und anschließend dem Heiligen Stuhl zur Approbation vorgelegt werden.“
Vor diesem Hintergrund wurde die Satzung des Synodalen Ausschusses im April 2024 bei einer Sitzung des Ständigen Rats der DBK angenommen.
Vier deutsche Diözesanbischöfe beteiligten sich aufgrund der römischen Warnungen nicht an diesem Gremium. Da Bischof Gregor Maria Hanke OSB als Bischof von Eichstätt zurückgetreten ist, handelt es sich noch um drei Bischöfe: Kardinal Rainer Maria Woelki von Köln, Bischof Stefan Oster SDB von Passau und Bischof Rudolf Voderholzer von Regensburg.
Am 12. November hatten sich mehrere deutsche Bischöfe und Vatikanvertreter in Rom getroffen, um den Dialog zum deutschen Synodalen Weg fortzusetzen.
In einer gemeinsamen Pressemitteilung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) und des Heiligen Stuhls hieß es dazu: „Der Dialog war erneut von einer ehrlichen, offenen und konstruktiven Atmosphäre geprägt. Es wurden verschiedene Punkte des künftigen Statuts eines synodalen Gremiums der Kirche in Deutschland (‚Synodalkonferenz‘ genannt) in Bezug auf seinen Charakter, seine Zusammensetzung und seine Kompetenzen erörtert.“ Inhaltliche Details machten die beiden Parteien nicht bekannt.
