Europäische Bischöfe verlangen Einsetzung eines Koordinators gegen Christenfeindlichkeit

Europäische Bischöfe verlangen Einsetzung eines Koordinators gegen Christenfeindlichkeit

Angesichts eines starken Anstiegs antichristlicher Übergriffe in Europa fordern die EU-Bischöfe die Ernennung eines eigenen Koordinators gegen Christenfeindlichkeit.

Ein neuer Bericht der Beobachtungsstelle für Intoleranz und Diskriminierung gegen Christen in Europa (OIDAC Europe) zeigt, dass 2024 mehr als 2.200 Hassdelikte gegen Christen registriert wurden. Besonders besorgniserregend ist der Anstieg der Übergriffe auf Personen von 232 Fällen im Vorjahr auf 274 im Jahr 2024. 

Frankreich und Großbritannien führen die Statistik mit 770 beziehungsweise 502 dokumentierten Fällen an. Deutschland folgt mit 337 christenfeindlichen Straftaten und verzeichnet damit einen Anstieg von rund 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Als Reaktion auf diese Entwicklung fordert die Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft (COMECE), das offizielle Vertretungsorgan der katholischen Kirche in der EU, die Ernennung eines EU-Koordinators zur Bekämpfung von Christenhass, wie katholisch.de berichtete.

Damit solle Christen derselbe strukturelle Schutz gewährt werden, den jüdische und muslimische Gemeinschaften bereits durch entsprechende Koordinatoren erhalten.

Alessandro Calcagno, stellvertretender Generalsekretär der COMECE und Berater für Grundrechte, erklärte vor einem Treffen der fraktionsübergreifenden Arbeitsgruppe des Europäischen Parlaments für Religions- und Weltanschauungsfreiheit: „Wir wünschen uns, dass die Europäische Union den Kampf gegen dieses Phänomen mit mehr Entschlossenheit aufnimmt.“

Die besonderen Bedürfnisse jüdischer und muslimischer Gemeinschaften würden dadurch nicht infrage gestellt, betonte er. Doch „belegen immer mehr Berichte eindeutig Verbrechen gegen Christen sowie Hass, Intoleranz und Diskriminierung ihnen gegenüber innerhalb der Europäischen Union“.

Um Intoleranz und Diskriminierung zu verringern und der Polarisierung innerhalb der EU-Gesellschaften entgegenzuwirken, müsse auch die religiöse Bildung gestärkt werden.

In diesem Zusammenhang forderte die COMECE, christliche Gemeinschaften ausdrücklich in das Programm AgoraEU für Kultur, Medien und Zivilgesellschaft aufzunehmen, um Initiativen gegen Hass, Intoleranz und Diskriminierung zu fördern.

Wie CNA Deutsch Anfang Oktober berichtete, drängen europäische Bischöfe darüber hinaus auf die Ernennung eines EU-Sonderbeauftragten für Religions- und Glaubensfreiheit außerhalb der Europäischen Union.

Zwar existiert diese Position seit 2016, ist jedoch „seit längerer Zeit unbesetzt“, was „ein beunruhigendes Signal an verfolgte Gemeinschaften weltweit und an diejenigen, die ungestraft gegen die Religionsfreiheit verstoßen“, sende.

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