Christkönigsfest: Bedeutung, Geschichte und liturgische Entwicklung

Christkönigsfest: Bedeutung, Geschichte und liturgische Entwicklung

Heute feiern katholische Christen weltweit das Christkönigsfest. Es bildet den Abschluss des Kirchenjahres und leitet unmittelbar in die Adventszeit über, die am darauffolgenden ersten Adventssonntag beginnt.

Im Mittelpunkt steht die Königsherrschaft Jesu Christi, die noch nicht in allen Herzen verwirklicht ist.

Aufgrund der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962–1965) wurde das Fest auf einen anderen Zeitpunkt verlegt. Ursprünglich wurde es Ende Oktober gefeiert, doch ab 1970 setzte die Kirche es auf den letzten Sonntag des Kirchenjahres im November. Diese Änderung war jedoch mehr als nur eine kalendarische Anpassung.

Deutlicher wurde die eschatologische Dimension betont: Christus erscheint als Zielpunkt der Geschichte und als derjenige, dessen Wiederkunft die Christen erwarten. Somit durchzieht die Lehre von den letzten Dingen das gesamte Fest.

Beim Christkönigsfest handelt es sich um ein vergleichsweise junges Hochfest. Papst Pius XI. führte es im Heiligen Jahr 1925 ein – anlässlich der 1.600-Jahr-Feier des Konzils von Nizäa. In seiner Enzyklika Quas primas vom 11. Dezember 1925 begründete er das neue Fest. Es wurde erstmals am 31. Dezember 1925 begangen und wird seitdem jährlich am letzten Sonntag im Oktober gefeiert.

Seine Einführung stand in engem Zusammenhang mit den politischen Umbrüchen jener Zeit. Nach dem Ersten Weltkrieg brachen zahlreiche Monarchien zusammen. Laizistische Strömungen gewannen an Einfluss und in vielen Regionen erstarkten totalitäre Systeme wie Faschismus, Nationalsozialismus und Kommunismus.

Pius XI. wollte damit die Königsherrschaft Christi wieder hervorheben: „So wurde die Religion Christi allmählich mit falschen Religionen verglichen und ihnen schmachvoll gleichgestellt. Sie wurde der Macht des Staates unterstellt und mehr oder weniger nach dem Gutdünken von Fürsten und Herrschern geduldet. […] Es gab sogar Nationen, die dachten, sie könnten auf Gott verzichten und ihre Religion sollte in Gottlosigkeit und Vernachlässigung Gottes bestehen.“

Die theologische Bedeutung des Festes gründet in einem spezifischen Verständnis der Königsherrschaft Christi. Im Zentrum steht das Motiv des „sozialen Königtums“. In der Bibel fragt Pilatus Jesus, ob er ein König sei, und Jesus bejaht – weist jedoch zugleich darauf hin: „Mein Königtum ist nicht von dieser Welt.“

Die Evangelien der drei Lesejahre beleuchten unterschiedliche Aspekte dieser Herrschaft: Christus als Sieger, König, Richter, Messias und Haupt seiner Kirche. Gleichzeitig rufen sie die Erwartung seiner Wiederkunft in Erinnerung und verweisen auf die eschatologische Hoffnung der Christen.

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