Papst Leo XIV. hat am Sonntag nachdrücklich appelliert, die hunderten entführten Schulkinder in Nigeria freizulassen, über die in den Tagen zuvor viele Medien berichtet hatten. Gleichzeitig bezog sich der Pontifex in seinen Worten zum Angelus unmittelbar nach der Messe zum Christkönigsfest auf dem Petersplatz auf andere Opfer.
„Mit sehr großer Trauer habe ich die Nachrichten über die Entführung von Priestern, Gläubigen und Studenten in Nigeria und Kamerun erfahren“, sagte Leo. „Ich empfinde großen Schmerz, insbesondere für die vielen entführten Jungen und Mädchen und ihre beängstigten Familien.“
„Ich appelliere eindringlich, die Geiseln unverzüglich zu befreien und ich fordere die zuständigen Autoritäten auf, angemessene und zeitnahe Entscheidungen zu treffen, um deren Freilassung zu gewährleisten“, fuhr er fort. „Beten wir für diese unsere Brüder und Schwestern und dafür, dass Kirchen und Schulen immer und überall Orte der Sicherheit und Hoffnung bleiben.“
Die Tagesschau hatte am Samstag berichtet: „Die bewaffneten Angreifer auf eine katholische Schule in Nigeria haben nach Angaben des Verbands der Christen in Nigeria mindestens 303 Schulkinder und zwölf Lehrkräfte entführt. Dies habe eine Überprüfung der Anwesenheitslisten ergeben.“
„Die Regierung des Bundesstaates bestätigte die Entführung, teilte jedoch mit, die genaue Zahl der Verschleppten werde noch geprüft“, hieß es weiter. „Die Sicherheitsbehörden suchten nach den Schülern. Die Schule wurde einem örtlichen TV-Bericht zufolge von Kindern zwischen zwölf und 17 Jahren besucht.“
Es sei „bereits die dritte große Entführung innerhalb einer Woche im Westen Nigerias“ gewesen, berichtete die Tagesschau. „Am Montag und Dienstag waren zunächst ein anderes Internat in der Region Kebbi sowie eine Kirche in der Region Kwara überfallen worden. Dabei soll es mehr als 60 entführte Schüler und Gläubige gegeben haben.“
Zwar kommt es in Nigeria neben der massiven Verfolgung von Christen immer wieder auch zu Übergriffen auf Muslime. Der nigerianische Bischof Wilfred Chikpa Anagbe CMF hielt in einem Interview mit dem Kölner Domradio am Donnerstag jedoch fest, es seien „nicht Christen, die Muslime töten“.
„Es sind dieselben Täter, die auch liberale Muslime töten, weil sie ihre Ideologie nicht akzeptieren“, erläuterte er. „Radikale fundamentalistische Muslime töten andere Muslime.“
