Kardinal Fernández: Marientitel „Miterlöserin“ privat verwendbar, nicht in offiziellen Texten

Kardinal Fernández: Marientitel „Miterlöserin“ privat verwendbar, nicht in offiziellen Texten

Mit deutlichen Worten hat Kardinal Víctor Manuel Fernández die Reichweite der Anfang November veröffentlichten lehrmäßigen Note Mater populi fidelis präzisiert und unzweideutig erklärt, dass der Marientitel „Miterlöserin“ von nun an weder in liturgischen Texten noch in offiziellen Dokumenten des Heiligen Stuhls erscheinen darf. Die private Verwendung sei jedoch möglich.

In der Note hieß es: „Angesichts der Notwendigkeit, die Christus gegenüber untergeordnete Rolle Marias im Erlösungswerk darzulegen, ist die Verwendung des Titels der Miterlöserin immer unangebracht, wenn es darum geht, Marias Mitwirkung daran zu definieren.“

„Dieser Titel birgt die Gefahr in sich, die einzigartige Heilsvermittlung Christi zu verschleiern und kann daher zu Verwirrung und einem Ungleichgewicht in der Harmonie der christlichen Glaubenswahrheiten führen, denn ‚in keinem anderen ist das Heil zu finden. Denn es ist uns Menschen kein anderer Name unter dem Himmel gegeben, durch den wir gerettet werden sollen‘ (Apg 4,12)“, so die Note weiter.

„Wenn eine Begrifflichkeit jedoch viele und ständige Erklärungen erfordert, um einem abweichendenen und irrigen Verständnis entgegenzuwirken, leistet er dem Glauben des Volkes Gottes keinen Dienst und wird unpassend“, hieß. „In diesem Fall ist es nicht hilfreich, Maria als erste und größte Mitarbeiterin am Werk der Erlösung und der Gnade hervorzuheben, denn die Gefahr, die ausschließliche Stellung Jesu Christi, des zu unserem Heil Mensch gewordenen Sohnes Gottes, der als einziger fähig ist, dem Vater ein Opfer von unendlichem Wert darzubringen, zu verdunkeln, wäre keine wahre Ehre für die Mutter.“

Laut ACI Prensa – die Agentur berichtete unter Berufung auf Äußerungen eines Mitarbeiters des Dikasteriums – haben keine Mariologen an der Note mitgearbeitet. Fernández dementierte dies jedoch gegenüber der Journalistin Diane Montagna und erklärte, man habe bei der Erarbeitung der Glaubensnote sehr wohl Mariologen konsultiert.

Auf die Frage Montagnas, warum er in der lehrmäßigen Note das Wort „immer“ („immer unangebracht“) verwendet habe, obwohl Heilige, Kirchenlehrer und Päpste im vergangenen Jahrhundert den Titel „Miterlöserin“ gebrauchten, erklärte Fernández, dies beziehe sich auf die Situation nach drei Jahrzehnten der Untersuchung.

Papst Johannes Paul II. habe Ratzinger gebeten, die Frage zu prüfen: „Bis zu dieser Studie verwendete Papst Johannes Paul II. gelegentlich den Begriff ‚Miterlöserin‘. Nach dieser Studie und Ratzingers Antwort – die wir heute kennen – verwendete er ihn nicht mehr. Aber er behielt die positiven Aspekte des Inhalts bei, nämlich die einzigartige Mitwirkung Mariens am Erlösungswerk.“ Fernández betonte zudem, dass dieser dogmatische Inhalt im neuen Dokument 200 mal verwendet werde.

Als Montagna erneut nach dem Bedeutungsgehalt des Wortes „immer“ fragte, verneinte Fernández jede Rückwirkung auf frühere kirchliche Lehräußerungen: „Nein, nein, nein. Er bezieht sich auf den gegenwärtigen Moment.“ Der Ausdruck „Miterlöserin“ werde „weder in der Liturgie, also in liturgischen Texten, noch in den offiziellen Dokumenten des Heiligen Stuhls verwendet“.

Wer Marias einzigartige Mitwirkung an der Erlösung ausdrücken wolle, könne dies tun, „aber nicht mit diesem Ausdruck, auch nicht in offiziellen Dokumenten“. Innerhalb privater Frömmigkeitskreise sei die Verwendung zwar möglich, doch ohne jeden offiziellen Charakter.

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