Bis 2045 will das Bistum Limburg klimaneutral werden und stellt dafür sechs Millionen Euro bereit. Der Beschluss fällt indes in eine Phase erheblicher finanzieller Spannungen.
So weist der Haushalt des Bistums Limburg im Jahr 2024 ein Defizit von 34 Millionen Euro auf, bis 2035 wird eine strukturelle Finanzierungslücke von über 100 Millionen Euro prognostiziert und der Abbau von bis zu 467 Stellen ist geplant.
Parallel dazu schrumpft die Mitgliederbasis rapide: Anfang 2024 gehörten noch rund 501.000 Katholiken zur Diözese, fast 20.000 weniger als im Vorjahr. Die Austrittsquote lag bei zwei Prozent und war damit die zweithöchste bundesweit.
Ungeachtet dessen hat das Bistum ein Klimaschutzziel festgelegt, das sich am Zeitplan des Bundes orientiert. Demnach soll bis 2045 vollständige Klimaneutralität erreicht werden.
Grundlage hierfür ist ein Stufenmodell: So sollen bis 2030 50 Prozent, bis 2035 72 Prozent, bis 2040 87 Prozent und bis 2045 insgesamt 93 Prozent der derzeitigen Emissionen eingespart werden.
Die verbleibenden sieben Prozent sind auf Faktoren zurückzuführen, die nicht im Verantwortungsbereich des Bistums liegen. Aktuell verursacht die Diözese eigenen Angaben zufolge rund 42.000 Tonnen CO2-Äquivalente pro Jahr, vor allem durch Gebäude, Mobilität und Beschaffung. Dies entspricht in etwa den Emissionen von 4.000 bis 4.200 Personen.
Zur Umsetzung stellt das Bistum zwei Förderinstrumente bereit: Fünf Millionen Euro fließen in eine Klimaneutralitätsrücklage für Maßnahmen an Gebäuden und eine Million Euro in einen Nachhaltigkeitsfonds.
Klimaschutzmanagerin Johanna Schumacher betonte: „Ziel ist es, dass das Klimakonzept dazu beiträgt, dass sich im Bistum spürbar etwas verändert und wir sichtbare Erfolge erzielen.“
Der Fokus liege zunächst auf konkreten und realisierbaren Schritten. „Wir wollten einen realistischen Fahrplan, der auch mit den vorhandenen Ressourcen realisierbar ist“, erklärte Schumacher.
Nach Darstellung des Bistums Limburg wäre ein Verzicht auf Klimaschutz langfristig teurer. Besonders im Gebäudebestand sieht die Diözese dringenden Handlungsbedarf. Steigende CO2-Preise und Netzentgelte würden die laufenden Kosten künftig weiter erhöhen, weshalb frühzeitige Investitionen Einsparpotenziale eröffneten. Klimaschutz solle daher nicht nur ökologisch wirken, sondern auch zur finanziellen Stabilisierung beitragen.
